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Arteholic (2014)

Deutsche Dokumentation: Kult-Schauspieler Udo Kier zeigt sich als Kunstsüchtiger – ein Arteholic.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.3 / 5

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Udo Kier begibt sich auf eine Kunstreise, die ihn von Bonn, über Köln, Paris, Frankfurt und Kopenhagen nach Berlin führt. Überall trifft er mit ihm befreundete Künstler und Galeristen. Zu diesen gehört Marcel Odenbach, den Udo auf dessen Ausstellung im Kunstmuseum Bonn besucht. Die beiden hatten einst zusammen mit dem Maler Michael Buthe eine gemeinsame WG in Köln. In Paris erinnert sich Kier zusammen mit dem Direktor des Centre Pompidou an eine Video Performance des kanadischen Experimental-Filmers Guy Maddin, bei der Udo während des Publikumsverkehrs im Museum gefilmt wurde. In Kopenhagen schweigen Udo und Lars von Trier beim gemeinsamen Zeitungslesen. Zwischendurch gibt Udo immer wieder eine von zahllosen Anekdoten zu seiner Beziehung zur Kunst und zu den verschiedensten Künstlern zum Besten. Oft blödelt er dabei zusätzlich herum, indem er z.B. einen rheinischen Sauerbraten auf eine Serviette schmiert und dabei doziert, dass ein Künstler immer aus allem etwas machen könne, er als Schauspieler jedoch stets Kamera, Licht und jede Menge weitere Technik brauche. Das leuchtet ein. Denn was ein Gesicht darstellen soll, sieht nur aus wie vermanschter Sauerbraten mit Knödeln.

Bildergalerie zum Film

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse3 / 5

Udo Kier ist einer der charismatischsten und umtriebigsten deutschen Schauspieler. Sein charakteristisches Gesicht kennt fast jeder. In bereits über 200 Filmen hatte der Kölner einen Auftritt. Hierbei wandert der Mime gerne zwischen den Welten, nimmt von obskuren Undergroundfilmen, über Europäisches Arthouse und Hollywood-Mainstream alles mit. Fast jeder kann Udo für eine einzige kurze Szene buchen, in der er sich kreativ entfalten kann. Statt einer tragenden Rolle bevorzugt der kölsche Jeck öfter mal kurze Gastauftritte, in denen er auf trashige Weise das Zeitliche segnet. Man kann also sagen, dass Udo bereits in seinen Filmen häufiger nicht spielt, sondern auf möglichst drastische Weise performt. So wundert es nicht, dass der Schauspieler schon immer eine große Leidenschaft für die Kunst hatte, zahllose Künstler zu seinen Bekannten zählt und auch selbst eine recht umfassende Kunstsammlung besitzt.

Biedere Informationen zu Dingen, wie Udos eigener Kunstsammlung spart Herman Vaske ("Balkan Spirit") in seiner Doku "Arteholic" jedoch weitestgehend aus. Lieber zeigt er den Schauspieler in leuchtenden Primärfarben, während dieser in einem Krankenhaus am Tropf hängt. Wir verstehen: Dieser Mann ist ein behandlungsbedürftiger Arteholic! Doch auch Udo Kier selbst verspürt den Drang den Film durch kleine Spezialeinlagen – wie das Malen eines Gesichts mit Fingern und Sauerbraten – aufzulockern. Das wirkt leider gerade zu Anfang oft leicht verkrampft. - Es erinnert fast an Helge Schneider, wenn der bei einer seiner Improvisationen auf der Bühne merkt, dass ihm heute mal nichts eingefallen ist und das dann leicht verschmitzt auch so sagt. - Schön ist es hingegen, wenn Udo einfach ganz entspannt seine stets interessanten Anekdoten erzählt.

Fazit: Udo Kier zeigt seine persönliche Beziehung zu Kunst und zu zahlreichen Künstlern und inszeniert sich nebenher fleißig selbst. Letzteres wirkt allerdings oft so, als hätte er gerade keinen so guten Tag gehabt. Aber wenn er einfach nur erzählt, ist das sehr spannend und oft auch bereits so außerordentlich komisch.




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FBW: besonders wertvollUdo Kier begibt sich auf einen Trip durch Europa zu verschiedenen Museen und Galerien, begegnet Künstlern, Kuratoren. Mitstreiter, mit denen er über viele Jahre verbunden ist. Meist inszenierte Gespräche über Kunst und Kunstwerke, an denen der Mime [...mehr]

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Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Deutschland
Jahr: 2014
Genre: Dokumentation
Länge: 82 Minuten
Kinostart: 16.10.2014
Regie: Hermann Vaske
Verleih: Camino

Zusatzinformation

Der Film wurde mit Mitteln von Hessen Invest Film und dem DFFF gefördert.

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