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Kritik: Arteholic (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Udo Kier ist einer der charismatischsten und umtriebigsten deutschen Schauspieler. Sein charakteristisches Gesicht kennt fast jeder. In bereits über 200 Filmen hatte der Kölner einen Auftritt. Hierbei wandert der Mime gerne zwischen den Welten, nimmt von obskuren Undergroundfilmen, über Europäisches Arthouse und Hollywood-Mainstream alles mit. Fast jeder kann Udo für eine einzige kurze Szene buchen, in der er sich kreativ entfalten kann. Statt einer tragenden Rolle bevorzugt der kölsche Jeck öfter mal kurze Gastauftritte, in denen er auf trashige Weise das Zeitliche segnet. Man kann also sagen, dass Udo bereits in seinen Filmen häufiger nicht spielt, sondern auf möglichst drastische Weise performt. So wundert es nicht, dass der Schauspieler schon immer eine große Leidenschaft für die Kunst hatte, zahllose Künstler zu seinen Bekannten zählt und auch selbst eine recht umfassende Kunstsammlung besitzt.

Biedere Informationen zu Dingen, wie Udos eigener Kunstsammlung spart Herman Vaske ("Balkan Spirit") in seiner Doku "Arteholic" jedoch weitestgehend aus. Lieber zeigt er den Schauspieler in leuchtenden Primärfarben, während dieser in einem Krankenhaus am Tropf hängt. Wir verstehen: Dieser Mann ist ein behandlungsbedürftiger Arteholic! Doch auch Udo Kier selbst verspürt den Drang den Film durch kleine Spezialeinlagen – wie das Malen eines Gesichts mit Fingern und Sauerbraten – aufzulockern. Das wirkt leider gerade zu Anfang oft leicht verkrampft. - Es erinnert fast an Helge Schneider, wenn der bei einer seiner Improvisationen auf der Bühne merkt, dass ihm heute mal nichts eingefallen ist und das dann leicht verschmitzt auch so sagt. - Schön ist es hingegen, wenn Udo einfach ganz entspannt seine stets interessanten Anekdoten erzählt.

Fazit: Udo Kier zeigt seine persönliche Beziehung zu Kunst und zu zahlreichen Künstlern und inszeniert sich nebenher fleißig selbst. Letzteres wirkt allerdings oft so, als hätte er gerade keinen so guten Tag gehabt. Aber wenn er einfach nur erzählt, ist das sehr spannend und oft auch bereits so außerordentlich komisch.




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