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Von der Beraubung der Zeit (2014)

Deutsche Doku über drei Straftäter, für die Zeit eine ganz andere Bedeutung hat als für die meisten von uns, führen sie doch im Gefängnis ein Leben wie aus der Zeit gefallen...Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.3 / 5

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"Von der Beraubung der Zeit" von den beiden Filmemachern Daniel Postrak und Jörn Neumann, widmet sich einem Gut, von dem die meisten von uns gefühlt viel zu wenig haben: Zeit. Wir alle müssen immer wieder schauen, dass wir unsere kurze Lebenszeit so gut es geht nutzen, um unser persönliches Lebensglück zu finden. Dabei fällt es vielen Menschen immer wieder besonders schwer, Arbeit und Privates zu vereinen und Beides zeitlich möglichst ausgeglichen in den Alltag einzugliedern. Einen völlig neuen Blickwinkel auf das Thema "Zeit" schaffen Postrak und Neumann mit ihrer Doku, die von drei Personen handelt, für die Zeit eine völlig andere Bedeutung hat als für die meisten von uns. Der Film erzählt von drei Gefängnisinsassen, die in ihrer eigenen Parallelwelt hinter meterdicken Mauern existieren und das Thema "Zeit" von einer außergewöhnlichen Perspektive her beleuchten. Dafür haben sie ihre ganz eigene sprachliche Ausdrucksweise gefunden.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Für Helmut, Samuel und Kenny, die im Mittelpunkt des Films stehen, schwere Verbrechen begangen haben und zum Zeitpunkt der Dreharbeiten zum Teil bereits seit drei Jahrzehnten im Gefängnis einsitzen, hat das Thema "Zeit" eine andere Wichtigkeit als für Menschen, die in Freiheit und damit auf der anderen Seiten der Gitter leben. Dass man als Zuschauer einen intensiven und authentischen Einblick in den Alltag einer deutschen Strafvollzugsanstalt erhält, steht jedoch nicht im Zentrum dieses Films. Dafür gibt es schon genug Doku-Reality-Formate im deutschen Privatfernsehen, die verdeutlichen sollen, wie es in deutschen Gefängnissen zugeht.

Nein, das Entscheidende bei "Von der Beraubung der Zeit" sind die unzähligen, langen Gespräche der Regisseure mit Helmut, Samuel und Kenny, durch die die ganz persönlichen Ängste, Sehnsüchte und Hoffnungen der Drei deutlich werden. Sie berichten davon, was ihnen die Kraft gibt, das schwere Leben im Gefängnis zu meistern und was ihre verborgenen Begierden sind. Das Besondere: Die Insassen haben eine ganz eigene Sprache gefunden, um ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Sie bedienen sich Lyrik, Prosa und poetischer Texte und gewähren Postrak und Neumann so auf ganz und gar ungewöhnliche Weise einen intensiven Einblick in ihr Innenleben. Die Tatsache, dass die literarischen Texte mit all ihrer Melancholie und Sehnsucht aus dem Munde von Schwerstverbrechern kommen, verleiht dem Film eine ebenso faszinierende wie bedrohlich-verstörende Note.

Fazit: Ungewöhnliche aber spannende Doku über drei Schwerverbrecher, die ihr Innenleben anhand von literarischen Texten öffnen und für die das Thema "Zeit" eine gänzlich andere Bedeutung hat als für die meisten anderen Menschen.




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Land: Deutschland
Jahr: 2014
Genre: Dokumentation
Länge: 82 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 03.07.2014
Regie: Jörn Neumann, Daniel Poštrak
Darsteller: Kenny Berger, Samuel Conley, Helmut Poschner
Verleih: Real Fiction

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