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When Animals Dream
When Animals Dream
© Prokino

Kritik: When Animals Dream (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5

In seinem Spielfilmdebüt "When Animals Dream" erzählt der dänische Regisseur Jonas Alexander Arnby von einer jungen Frau, die allmählich zu einem Werwolf wird. Feinfühlig, subtil und sehr wirkungsvoll schildert der Film Maries Veränderungen, die im Film nicht durch einen Biss oder ähnliches verursacht werden, sondern Marie hat die "Krankheit" von ihrer Mutter geerbt. Dadurch setzt Arnby nicht auf Schockmomente oder romantisiert die Verwandlung wie "Twilight", sondern verleiht der Verwandlung einen realen Hintergrund. Sicher ist der Werwolf als Metapher für das ungestüme Heranwachsen seit "Ginger Snaps" nicht neu, aber Arnby denkt die Konsequenzen dieser Verwandlung ernsthaft zu Ende. Dabei könnte sein Film auch komplett ohne Horror-Elemente auskommen. Arnbys Erzählung von Außenstehenden in einer kleinen, engen Gemeinde in Dänemark würde in Tradition von Carl Theodor Dreyer auch funktionieren, wenn Marie aus anderen Gründen nicht der Norm entsprechen würde. Die Reaktion der Dorfbewohner auf das Andere wäre ähnlich – schließlich beäugten sie bereits ihre Mutter kritisch aufgrund deren Schönheit und machten sie nach einer wehrhaften Tat zum zweiten Mal zu einem Opfer. Abweichungen dürfen in dieser engen Welt nicht existieren.

Mit Sonia Suhl hat Arnby eine großartige Hauptdarstellerin gefunden, die tatsächlich aus Jütland stammt. Anfangs schüchtern und zurückhaltend, entwickelt sie im Lauf des Films eine große Wucht, die die Kräfte, die in ihr walten, hervorragend ausdrücken. Lars Mikkelsen spielt ihren Vater mit einer guten Mischung aus Fürsorge und Bedrohlichkeit, in seiner Situation gibt es kaum einen richtigen Ausweg. Darüber hinaus wird in dem Film wohltuend wenig gesprochen, stattdessen verlässt sich Arnby auf die Bilder von Niels Thastum, den klug eingesetzten Score von Mikkel Hess, der folkloristische Elemente nutzt. Schon die ersten Bilder von "When Animals Dream" künden von dem Grauen, das kommen könnte: verwaschene Farben, auf der Linse scheinen Kleckse zu sein, vielleicht sind es Tropfen, die eine klare Sicht verhindern. Karge Landschaften und das Meer sind zu sehen, ist es eine ungestüme, raue Natur. Diese Welt wird beständig in düstere Farben gefasst, ohne dass die Bilder prätentiös wirken. Das gute Drehbuch von Rasmus Birch und die ruhige Inszenierung lassen dem Zuschauer Zeit, so dass inmitten des Unausgesprochenen der Horror und die Bedrohung entstehen können. Daher ist "When Animals Dream" ein bemerkenswert eigener und guter Film.

Fazit: "When Animals Dream" ist ein hervorragender, großartig fotografierter und gespielter Coming-of-Age-Film mit Horrorelementen, der dank seiner unaufgeregten Inszenierung und guten Story von der ersten bis zur letzten Minute eine packende, bedrohliche und melancholische Stimmung erzeugt.





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