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Wild Tales - Jeder dreht mal durch! (2014)

Relatos salvajes

Argentinischer Episodenfilm von Damián Szifron mit María Marull und Darío Grandinetti.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.1 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 8 Besucher eine Bewertung abgegeben.


In sechs Episoden lässt Regisseur Damián Szifron Rachephantasien freien Lauf: ein junger Mann lädt alle Menschen, die ihm seiner Meinung nach das Leben versaut haben, zu einer Reise ein und lässt das Flugzeug abstürzen, in dem sie sitzen; ein Ingenieur plant explosive Rache an einem Abschleppunternehmen; eine Frau rastet bei ihrer Hochzeit aus, nachdem sie erfahren hat, dass ihr Bräutigam sie betrogen hat; bei zwei Autofahrern eskaliert die übliche Drängelei auf einer Straße, eine Kellnerin trifft auf einen Verbrecher aus ihrem Heimatdorf – und ein junger Mann wird mit den Folgen seiner Fahrerflucht konfrontiert.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse5 / 5

In sechs Episoden werden in dem sehr sehenswerten argentinischen Film "Wild Tales" die Rachephantasien von Kleinbürgern wahr, die sich gegen die Welt, das System oder die Vergangenheit zur Wehr setzen. So stellen Passagiere eines Flugzeugs fest, dass sie alle denselben Mann kennen – und sich ihm gegenüber nicht unbedingt fair verhalten haben. Nun wurden sie aus verschiedenen Gründen zu einer Reise eingeladen, am Steuer des Flugzeugs sitzt jedoch jener Mann, der nun endlich die Nase voll hat. Mit dieser Episode beginnt der Film, es folgen Geschichten eines Mannes, der sich gegen Abschleppunternehmen zur Wehr setzt – und einer Braut, die erfährt, dass ihr frisch getrauter Ehegatte sie betrogen hatte.

Die Episoden sind ähnlich aufgebaut: Es ist eine spiralförmige Eskalation, in der ein Betrogener, Unterdrückter oder ungerecht Behandelter den Weg der Rache einschlägt und dann konsequent umsetzt. Jedoch findet Szifrón bei jeder Episode eine gute und überraschende Wendung, einen kleine Änderung in der Inszenierung, so dass sich keinerlei Redundanz einstellt, sondern der bitterböse "Wild Tales" bis zuletzt unterhält und überrascht. Darüber hinaus werfen die Episoden auch Schlaglichter auf den Zustand und die Frustration eines Landes, in dem Machteliten und Korruption über das Leben bestimmen.

Jeder wolle, dass diese Leute das bekämen, was sie verdiente, aber niemand ist bereit, sich die Hände schmutzig zu machen, merkt eine Köchin in einer Episode an, in der ihre Kollegin auf einmal dem Verbrecher gegenübersteht, der ihre Familie einst in den Abgrund getrieben hat. Damit trifft Szifrón den Zeitgeist, den wachsenden Zorn über die Zustände – er nimmt diese Wut jedoch wörtlich, überdreht sie und fügt sie in die elegante und gekonnte Inszenierung seines Films ein. Deshalb ist dieser bitterböse Film aus Argentinien eine Perle des schwarzen Humors und der Satire.

Fazit: "Wild Tales" ist ein origineller, bitterböser und schreiend komischer Film aus Argentinien.




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Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Argentinien, Spanien
Jahr: 2014
Genre: Satire
Kinostart: 08.01.2015
Regie: Damián Szifron
Darsteller: Rita Cortese als Cocinera, Ricardo Darín als Simon Fisher, Nancy Duplaa als Victoria
Verleih: Prokino

Awards - Oscar 2015Weitere Infos

  • Bester fremdsprachiger Film

Zusatzinformation

Film spielte satte 65 % des argentinischen Box Offices (500.000 Zuschauer) am ersten Wochenende ein. In nur drei Wochen wuchs die Zahl der Besucher auf sensationelle 1,6 Millionen an.

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