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Das Verschwinden der Eleanor Rigby
Das Verschwinden der Eleanor Rigby
© Prokino

Kritik: Das Verschwinden der Eleanor Rigby (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Mit "Das Verschwinden der Eleanor Rigby" verfolgt Regisseur und Drehbuchautor Ned Benson bei seinem Debütfilm ein ehrgeiziges Konzept. Es gibt drei Versionen dieses Films, die an den Untertitel unterschieden werden können: "He" erzählt von den Ereignissen aus Sicht von Connor (James McAvoy), "She" aus Eleanors (Jessica Chastain) Perspektive und "They" verbindet die Sichtweisen. Ins Kino kommt nun diese dritte Variante.

Am Anfang erscheinen Eleanor – tatsächlich nach dem Beatles-Song benannt – und Connor als glückliches Paar, das verliebt im Restaurant sitzt und anschließend im Park knutscht. Dann geschieht etwas, dass sie aus der Bahn wirft und dazu führt, dass Eleanor versucht, sich das Leben zu nehmen. Sie wird gerettet, jedoch kehrt sie nach dem Aufenthalt im Krankenhaus nicht zu ihrem Ehemann zurück, sondern zieht zu ihren Eltern (Isabelle Huppert, William Hurt) und ihrer Schwester (Jess Weixler) nach Westport. Ihrem Mann sagt sie noch nicht einmal, wo sie ist. Vielmehr will sie für sich herausfinden, wohin das Leben sie nun führen könnte.
Jessica Chastain verkörpert dabei sowohl Eleanors Anziehungskraft als auch Zerbrechlichkeit und Rätselhaftigkeit eindringlich. Connor versteht das Verhalten seiner Frau nicht, er will sie finden – und als er von einem Freund, der Eleanor zufällig getroffen hat, einen Hinweis erhält, beginnt er sie mehr oder weniger zu stalken. Für Connor ist ihre Beziehung nicht vorbei, wenngleich auch er vorübergehend zu seinem Vater (Ciáran Hinds) ziehen muss.
Erst nach einigen Treffen mit Eleanor und Gesprächen erkennt er, dass sie den Rest ihres Lebens vielleicht doch nicht zusammen verbringen können, dass es einen anderen Weg bereithält. Dabei überzeugt James McAvoy als charmanter und verliebter Ehemann.

Aufgrund der durchweg guten Besetzung und gekonnten visuellen Inszenierung ist "Das Verschwinden der Eleanor Rigby" ein sehr gut anzusehender Film. Jedoch gelingt es Ned Benson zumindest in dieser Version nicht, die Oberfläche dieser Beziehung zu durchdringen. Vielmehr verbleibt er in der Verlorenheit dieser Ehe, sehr gut durch lange Kamerafahrten der spazierenden Eleanor oder Connors ausgedrückt, ohne dass die Charaktere einem näher kommen. Das ist angesichts des reifen Umgangs mit dem Thema Liebe und dem Mut, die Geschichte nach der Tragödie und nicht die Tragödie selbst zu erzählen, etwas schade.

Fazit: Sehr gut besetzter und visuell überzeugender Film über eine Liebe, die zu scheitern droht.




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