VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
Café Olympique
Café Olympique
© 2014 Schwarz Weiss Filmverleih

Kritik: Café Olympique (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

"Café Olympique – Ein Geburtstag in Marseille" ist der neueste Film von Robert Guédiguian. Der französische Regisseur ist für realistischen Sozialdramen wie "Der Schnee am Kilimandscharo" bekannt. "Café Olypique" ist hingegen ein charmanter Ausflug in surreale Gefilde. Allerdings tut sich Guédiguian sichtlich schwer, durchgehend den richtigen Ton für seine Geschichte zu finden. In dieser wird die Protagonistin Ariane in eine magische Welt entführt, in der Schildkröten sprechen und Träume Wirklichkeit werden können. In seinen gelungenen Momenten wirkt das fast wie eine bodenständigere Version von "Die fabelhafte Welt der Amelie". Oft wirkt das Ganze jedoch sehr bemüht und manchmal wirkt es auch gar nicht. So ist die künsterlische Herkunft des Regisseurs aus dem humanistischen Sozialdrama für sein neuestes Werk Segen und Fluch zugleich.

Einerseits gelingt es dem Filmemacher auf sympathische Art zu zeigen, dass es die Menschen sind, auf die es ankommt - und nicht auf einen besonders glamourösen Ort. So sind die anfänglichen animierten Architekturbilder von einer glatten, sterilen Perfektion. Das Café Olympique ist hingegen ein schlichtes Ausflugslokal mit Platikdecken auf den Tischen. Seine Lage am Rande eines Marseiller Industriegebietes ist sogar von großer Hässlichkeit. Erst durch den herzlichen Besitzer und durch die skurrilen Originale, die er um sich versammelt hat, wird dieses Restaurant zu einem besonderen Ort. Im Café Olympique darf jeder sein, wie er ist und tun, was ihm gefällt. Das animiert auch Ariane dazu wieder mehr Schwung in ihr Leben hineinzubringen und sogar ihre heimlichen Träume in Angriff zu nehmen. Leider wird diese Botschaft viel zu plakativ präsentiert. Zum Teil gleitet der Film sogar in puren Sozialkitsch ab. Des weiteren pendelt der Regisseur zu unentschlossen zwischen sozialem Realismus und surrealer Traumwelt. Oft blockieren diese Elemente sich gegenseitig, anstatt sich zu ergänzen. Manch ein anvisierter großer Moment gerinnt so zu großem Unsinn. Aber am Ende kann man sich wohlig gewärmt zurücklehnen und zufrieden feststellen: Schön war es ja doch irgendwie...

Fazit: In "Café Olypique" geht "Die fabelhafte Welt der Amelie" eine kuriose Verbindung mit einem sozialkritischem Realismus ein, die recht unterhaltsam, aber trotzdem nicht ganz stimmig ist.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.