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Land der Wunder
Land der Wunder
© Central Film © Delphi Film

Kritik: Land der Wunder (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

"Land der Wunder" ist ein Filmgedicht, dessen besonderer Zauber sich nicht über die Handlung, sondern über die besonderen Stimmungen und die sehr schön eingefangenen menschlichen Beziehungen erschließt. Alles ist hier äußerst vertraut und fremd zugleich. So lebt die Familie mitten auf dem Land in einem sehr alten traditionellen toskanischen Haus. Diese Gegend von Italien ist noch so ursprünglich, dass sogar das Fernsehen hierher kommt, um diese Urwüchsigkeit als Skurrilität für die Städter zu dokumentieren. Zugleich hat die Moderne auch hier bereits längst Einzug gehalten. So ist das starrköpfige Familienoberhaupt Wolfgang kein Einheimischer, sondern ein Deutscher. Eine seiner größten aktuellen Sorgen gilt den neuen EU-Richtlinien für Imker-Betriebe, da ihnen das Geld für die jetzt verordneten Modernisierungsmaßnahmen fehlt. Und in der Sendung "Land der Wunder" sagt einer der Kandidaten, dass er im Falle eines Gewinnes seinen landwirtschaftlichen Betrieb in ein Fremdenquartier umwandeln würde. So will nicht nur das Fernsehen Geld mit der scheinheiligen Präsentation der ländlichen Ursprünglichkeit machen. Auch die einheimischen Teilnehmer planen die Gelegenheit beim Schopfe zu ergreifen, um diese "Ursprünglichkeit" endlich abzuschaffen.

Nicht so jedoch Gelsomina und ihre Familie. Für sie ist dies wirklich ein "Land der Wunder", das sie mit ihrer ganzen Kraft verteidigen. Dabei übertreibt es der Vater jedoch über jedes vernünftige Maß hinaus. Wolfgang sieht in allem, was über seine Familie und den Betrieb hinausgeht, eine akute Bedrohung, gegen die er seine Lieben abschotten muss. Denen wird das Leben in dieser erzwungenen Abgeschiedenheit jedoch zunehmend zu eng. Gelsomina ist neidisch auf ihre Freundinnen in der Stadt. Zugleich liebt sie über alle Maßen die Arbeit mit den Bienen, den Hof und ihre Familie. In Ermangelung eines männlichen Erben, ist sie in den Augen ihres Vaters das kommende Familienoberhaupt. Bereits jetzt leitet sie die Imker-Arbeit und passt auf ihre jüngeren Schwestern auf. Zugleich ist sie jedoch selbst noch ein junges, verträumtes Mädchen an der Schwelle zur Pubertät. Gelsomina steht innerlich zwischen früher Verantwortung und dem Genießen der letzten Züge ihrer Kindheit, zwischen Naturliebe und Sehnsucht nach der Stadt, zwischen der Zuneigung zu ihrer Familie und dem Wunsch die weite Welt zu erkunden.

Fazit:
"Land der Träume" ist ein sehr poetischer Film, der den Zuschauer zum Träumen einlädt. Trotzdem ist hier nichts sorgenfrei oder perfekt.





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