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Flowers of Freedom (2014)

Dokumentation: Eine kleine Umweltschutzorganisation bestehend aus zehn Frauen, sorgt mit Mut und Zivilcourage für Aufsehen und zeigt, dass man sich gegen mächtige Wirtschaftsriesen erfolgreich wehren kann.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.0 / 5

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Weite Teile des Films spielten sich in Barskoon ab, einem kleinen Dorf in Kirgisistan. Seit vielen Jahren schon donnerten tonnenschwere LKW's und Trucks durch die Gegend, an dem Dorf vorbei, auf dem Weg zur nahe gelegenen Goldmine. Unterwegs waren die monströsen Fahrzeuge stets mit hochgiftiger Ladung: Zyanid, das zum Abbau des Goldes benutzt wurde. Dann kam es im Jahre 1998 zur Katastrophe, als ein mit Zyanid beladenen LKW in den Fluss unweit des Dorfes stürzte. Wenig später erkrankten hunderte Menschen, viele von ihnen kamen zu Tode. Die Opfer hatten das todbringende Gift mit dem Wasser aufgenommen. Nachdem die Regierung im Anschluss an den Vorfall untätig blieb, gründete die Dorfbewohnerin Erkingül gemeinsam mit anderen mutigen Frauen eine örtliche Umweltorganisation, um gegen die Ungerechtigkeiten zu kämpfen. Mit Erfolg: Einige Zeit später erstritten sie sich vor Gericht 3,7 Millionen Dollar Schmerzensgeld als Entschädigung.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Vier Jahre lang reiste die Kölner Regisseurin und Ethnologin Mirjam Leuze für "Flowers of Freedom" immer wieder in ein kleines Dorf im weit entfernten zentralasiatischen Staat Kirgisistan, um den Kampf einer kleine Gruppe von Frauen gegen die kirgisisch-kanadischen Betreiber einer Goldmine zu dokumentieren. Das Endprodukt ist eine packende und aufrüttelnde Doku, die beweist, dass sich ziviler Ungehorsam, Zusammenhalt in schweren Zeiten und friedlicher Protest auszahlen können.

"Flowers of Freedom" beleuchtet ausführlich diesen dramatischen Fall, der ein gutes Beispiel für zivilen, gerechtfertigten Ungehorsam darstellt und beweist, dass man sich auch als kleiner, einfacher Mann durchaus gegen mächtige, kapitalistische Wirtschaftsunternehmen zur Wehr setzen kann. Regisseurin Leuze kann für ihren Film dabei auf reichhaltiges Material an Aufnahmen zurückgreifen, da sie seit 2008 über einen Zeitraum von vier Jahren immer wieder die Reise nach Kirgisistan antrat, um den mutigen Kampf der Frauen mit der Kamera festzuhalten. Besonders eindringlich gestalten sich jene Aufnahmen, die vom unerschrockenen Mut der Frauen zeugen und aufzeigen, wie sich diese den Minenbetreibern und LKW's in den Weg stellen und den offenen Dialog mit den Mächtigen suchen.

Dabei geht der Film aber noch weiter. Er blickt über den Tellerrand hinaus und zeigt, welchen Verlauf die Geschichte weiter nahm. Dieser gestaltete sich nämlich ebenso überraschend wie erfreulich: Nachdem das kirgisische Regime im Frühjahr 2010 durch eine Revolution gestürzt wurde, durften die Frauen am demokratischen Aufbruch und Neubeginn des Landes mitwirken. Erkingül gelangte nach den ersten demokratischen Wahlen schließlich ins Parlament, in dem sie bis heute sitzt und ihren Kampf gegen die Mine fortführt.

Fazit: Aufrüttelnde, bewegende Doku über den Mut einer Gruppe kirgisischer Frauen und gleichzeitig ein Plädoyer für mehr Zivilcourage.




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Land: Kirgistan, Deutschland
Jahr: 2014
Genre: Dokumentation, Biopic
Länge: 95 Minuten
Kinostart: 26.03.2015
Regie: Mirjam Leuze
Verleih: BraveHearts International GmbH

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