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Schönefeld Boulevard (2014)

Deutsche Coming-of-Age Drama-Komödie: Im Berliner Vorort Schönefeld steht nicht nur der Flughafenbau still, sondern auch das Leben der 18-jährigen Cindy, die glaubt, es niemals zu irgendwas bringen zu können. Doch als sie den Flughafeningenieur Leif kennenlernt, ändert sich für Cindy plötzlich alles...Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.5 / 5

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Die Abiturientin Cindy (Julia Jendroßek) wohnt im Berliner Vorort Schönefeld, in der Nähe der Großbaustelle des berüchtigten Flughafens. Ihr einziger Freund ist ihr Nachbar Danny (Daniel Sträßer), ein verklemmter Angeber, der ihr mit aggressiven Sprüchen imponieren und sie auch einschüchtern will. Cindy wird von verschiedenen Problemen geplagt: Was soll nach dem Abitur aus ihr werden? Vor allem aber: Wird sie je Sex haben? Und einen Tanzpartner auf dem bevorstehenden Abiball?

Danny geht als Soldat nach Afghanistan und Cindy ins Hotel, um einem Mann, den ihre Mutter angefahren hat, die Sonnenbrille zurückzubringen. So lernt sie Leif (Jani Volanen) kennen, einen finnischen Ingenieur, der auf dem Flughafen arbeitet. Er unterhält sich gern mit Cindy und findet sie auch nicht zu dick. Die Bekanntschaft beflügelt Cindys Fantasie und gibt ihr Kraft, obwohl nach einer gemeinsamen Nacht von Leif nur noch das rote Ballkleid übrigbleibt, das er ihr zum Abschied schenkt. Als Danny mit Windpocken aus Afghanistan zurückkehrt, registriert er verstört, dass sich Cindy nicht mehr für ihn interessiert.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Cindy glaubt, dass es ihr Schicksal ist, Mauerblümchen zu sein. Das humorvolle Coming-of-Age-Drama von Sylke Enders allerdings erzählt eine andere Geschichte, nämlich die von den Chancen, die nur darauf warten, ergriffen zu werden. Die Verwandlung der schüchternen und untergebutterten Jugendlichen in eine fröhliche junge Frau wird betont exemplarisch, aber auch sehr plausibel geschildert. Diese optimistische und zugleich realistische Botschaft an Teenager, die an sich zweifeln, verleiht dem hübschen Film einen besonderen Wert.

Die Vorher-Nachher-Geschichte geht so: Zuerst führt Cindy ihren Hund Gassi, von dem Danny sagt, ihre Eltern hätten ihr absichtlich ein so hässliches Tier geschenkt, damit es von ihr ablenkt. Meistens lächelt Cindy gutmütig über solche Sprüche, denn Danny hält ja zu ihr. Er fühlt sich als ungeliebtes Kind in eine feindliche Welt versetzt und bezieht die dicke Cindy in dieses Szenario mit ein. Sicher hat er recht, denkt sie sich, denn ihr Vater (Uwe Preuss) nennt sie ja immer "Rosinenbomber" und findet, dass sie bei der Lehrstellensuche ihre Vorstellungen etwas herunterschrauben sollte. Aber dann geht sie einen Schritt aus dieser Welt hinaus, ihren Träumen folgend. Das merkwürdige Gespräch mit Leif, der auf so eine Begegnung nicht gefasst war, balanciert auf einem sehr schmalen Grat zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Denn die Art und Weise, wie Cindy die Konversation führt, mag den Träumen vieler Jugendlicher entsprechen, aber sie würden sich im Gegensatz zu ihr wahrscheinlich ein solches Verhalten dann doch nicht zutrauen. Gerade auch dadurch bekommt diese entscheidende Szene eine hohe Aussagekraft und füllt die Geschichte mit Wärme und Licht, denn Leif findet Cindy sympathisch und spricht mit ihr ohne jegliche Geringschätzung. Das ist die neue und wichtige Erfahrung für das Mädchen, dem nun Flügel wachsen.

Von Cindys neuem Selbstbewusstsein wird auch ihre Mutter (Ramona Kunze-Libnow) angesteckt: Es sieht so aus, als würde die ganze Familie aus einer Sackgasse herausfinden, und zwar noch bevor der Großflughafen fertiggestellt ist. Die Stagnation auf der Baustelle dient als symbolisches Bild für Cindys Ausgangslage, für die Kluft zwischen Soll- und Istzustand. Aber jeder Start, jedes Abheben hat auch seine Risiken: Cindys Männerbekanntschaften könnten, wie eine kurze Szene in einer Bar andeutet, auch schiefgehen. Und Danny fliegt offenbar gegen den Wind, denn er wird zurückgeschleudert. Die spannende Geschichte treibt das Spiel mit dem Exemplarischen ein paar Drehungen zu weit, packt zu viel Drama hinein, gerade, was Dannys rätselhaftes Schicksal anbelangt. So ist der Film alles andere als perfekt, aber sein Kernstück mit Cindys positiver Verwandlung gelingt ihm hinreißend und setzt beim Zuschauen gute Schwingungen frei.

Fazit: Das Coming-of-Age-Drama einer fülligen Jugendlichen, die sich aus den Fallstricken ihres geringen Selbstbewusstseins befreit, steckt mit seinem Optimismus und seiner plausiblen Beweisführung des Machbaren an.




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Land: Deutschland
Jahr: 2014
Genre: Drama, Komödie
Länge: 90 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 18.09.2014
Regie: Sylke Enders
Darsteller: Julia Jendroßek als Cindy, Ramona Libnow als Mutter, Uwe Preuss als Vater
Verleih: farbfilm verleih

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