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Die Geschichte vom Astronauten (2014)

Drama: Eine Autorin denkt auf einer Mittelmeerinsel über den Stoff für ihr neues Buch nach.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.0 / 5

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Die Schriftstellerin Charlotte (Stephanie Petrowitz) hat sich auf eine spanische Insel begeben, um dort in der Villa der älteren Dame Renate (Ruth Diehl) an ihrem neuen Roman zu arbeiten. Die Geschichte, die sie entwickelt, handelt von einer Frau, die mit einem Astronauten verheiratet ist und viele Jahre auf dessen Rückkehr von einer Mission im Weltall wartet. Im Laufe ihres Aufenthaltes erhält Charlotte Einblicke in die Schicksale einiger ihrer Mitmenschen. So wurde Renate einst von ihrem Mann verlassen und hat eine Beziehung mit dem deutlich jüngeren Sal (Hubertus Hiess) begonnen, wiewohl sie immer noch hofft, ihren Gatten eines Tages wiederzusehen. Renates Nachbar Robert (Godehard Giese), der sein Haus auf der Insel als Feriendomizil nutzt, ist mit seiner kleinen Tochter Lene (Svana Burger) und seiner Freundin Karolin (Ursula Renecke) angereist; Lenes Mutter ist vor einiger Zeit verstorben. Die Begegnungen mit diesen Menschen sowie die Erkundungstouren durch die Gegend regen Charlottes Fantasie an, scheinen jedoch auch schmerzhafte Erinnerungen wachzurufen.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

"Die Geschichte vom Astronauten" – das Drehbuch-, Regie- und Produktionsdebüt des Schauspielers Godehard Giese ("Im Sommer wohnt er unten") – ist ein Werk, bei dem sich das genaue Hinsehen und -hören lohnt: ein Film der subtilen Bilder und Töne, der eine beeindruckende atmosphärische Kraft gewinnt. Das Meer, der Strand und die Küstenumgebung erhalten in den Aufnahmen des Kameramanns Eric Ferranti eine geheimnisvolle Aura; einige Passagen – etwa wenn ein bis dato fremder Mann in der Unschärfe langsam den Wellen entsteigt und sich auf die Protagonistin Charlotte zubewegt – sind kleine kinematografische Meisterstücke, die im positiven Sinne irritieren.

Ob hier das Leben den Stoff für die Kunst liefert oder Charlotte als Künstlerin ihre Vorstellungen auf die Außenwelt projiziert, hält Giese gekonnt in der Schwebe. Das Motiv des Wartens – auf die unwahrscheinliche Rückkehr eines geliebten Menschen, auf die womöglich niemals eintretende Heilung tiefer seelischer Wunden, auf einen Zustand, der als besser, als irgendwie "richtig" empfunden wird – behandelt das Drehbuch auf reizvolle Weise, gerade dadurch, dass die Gewissheiten über Raum und Zeit, Wahrheit und Fiktion und, nicht zuletzt, über die Identitäten aller beteiligten Figuren nach und nach verschwinden.

Stephanie Petrowitz spielt die Hauptrolle angenehm zurückhaltend; die Schriftstellerin Charlotte ist in erster Linie eine Beobachterin. Zu den schönsten Stellen zählen die Interaktionen zwischen Petrowitz und der jungen Svana Burger, die als trauernde, eigenwillige Nachbarstochter eine starke Performance gibt. Ebenfalls herausragend sind zwei Tanzszenen – einmal zwischen Petrowitz und Ruth Diehl als Gastgeberin Renate, einmal zwischen Petrowitz und Hubertus Hiess als Renates Liebhaber –, bei denen die Auswahl der beschwingten Musik einen interessanten Kontrast zur Ruhe des restlichen Films bildet.

Fazit: Godehard Giese hat sich dem alten Motiv des Wartens in einem vielschichtigen Werk gewidmet – und dabei nachwirkende Momente geschaffen.




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Land: Deutschland
Jahr: 2014
Genre: Drama
Länge: 77 Minuten
FSK: 0
Kinostart: 03.12.2015
Regie: Godehard Giese
Darsteller: Svana Burger als Lene, Ruth Diehl als Renate, Godehard Giese
Verleih: Giese & Herrmann

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