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Am Ende ein Fest (2014)

Mita Tova - The Farewell Party

Deutsch-israelische Tragikomödie: Im Seniorenheim entwickelt eine Rentnerclique eine Maschine, die Sterbewilligen hilft selbstbestimmt aus dem Leben zu scheiden.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.2 / 5

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Der alte Tüftler Yehezkel (Ze’ev Revach) und seine Frau Levana (Levana Finkelstein) genießen ihren Lebensabend gemeinsam in einem Seniorenheim, in dem Yehezkel sogar weiter seinen oft seltsamen Erfindungen nachgehen kann. Eines Tages bittet ihre Freundin Yana (Aliza Rosen) die beiden ihr dabei zu helfen, ihren im Sterben liegenden Ehemann Max (Shmaul Worf) von seinen Schmerzen zu erlösen. Zwar ist Levana im Prinzip strikt gegen jede Form von Sterbehilfe. Aber irgendwann sieht auch sie ein, dass Max unnötig stark leiden muss. Nur wie soll so eine Sterbehilfe konkret aussehen, zumal diese auch in Israel komplett illegal ist. Yehezkels Pläne nehmen langsam Form an, als er im Heim den ehemalige Tierarzt Dr. Daniel (Ilan Dar) und den Ex-Polizisten Rafi (Raffi Tavor) kennenlernt. Dr. Daniel soll die notwendigen Medikamente besorgen und Rafi bei der Vertuschung helfen. Jetzt fragt sich nur, wer die konkrete Tat ausführen soll. Da sich keiner aus der Gruppe vorstellen kann direkt für den Tod eines Menschen verantwortlich zu werden, ist erneut Yehezekels Erfindungsgeist gefragt. Schließlich entwickelt der eine Tötungsmaschine, die der Sterbewillige selbst per Knopfdruck auslösen kann. Aber kurz nach dem selbstbestimmten Ableben von Max hat sich die Kunde von dieser Maschine bereits im gesamten Land verbreitet. Immer mehr Senioren treten an die Sterbehilfe-Clique heran, weil sie ebenfalls selbstbestimmt aus dem Leben scheiden wollen...

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Am Ende ein FestAm Ende ein FestAm Ende ein FestAm Ende ein FestAm Ende ein Fest - Sharon MaymonAm Ende ein Fest


Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Die beiden israelischen Regisseure Sharon Maymon und Tal Granit nehmen sich in ihrem ersten gemeinsamen Spielfilm gleich mehrere heiße Eisen vor. Bereits das Thema Tod wird in unserer Gesellschaft nach wie vor am liebsten komplett ausgeblendet. Bei dem umstrittenen Thema Sterbehilfe kommt zusätzlich dessen Illegalität hinzu. Nur in der Schweiz ist die Hilfe zum Sterben offiziell zulässig: Auch in "Am Ende ein Fest" wird zunächst über die Möglichkeit einer Reise ins Land der Eidgenossen nachgedacht. Doch zu beschwerlich erscheint der Flug nach Mitteleuropa. Für den todgeweihten Max ist dies keine Option. Diese ganze Thematik erscheint in der Nacherzählung reichlich makaber. Umso erstaunlicher, wie feinfühlig und auch witzig Maymon und Granit diese in eine Geschichte umgesetzt haben, die trotz ihrer inhaltlichen Schwere sehr unterhaltsam ist.

Zum Gelingen von "Am Ende ein Fest" trägt sicherlich auch die Tatsache bei, dass die Hauptdarsteller des Films in Israel bekannte Komiker sind. Urkomisch ist es beispielsweise, wenn Ze’ev Revach als Yehezkel zu Beginn des Films eine befreundete Seniorin mit einer durch einen selbstgebauten Stimmverzerrer dröhnenden Stimme als "Gott" anruft. Ein Running Gag gesteht darin, dass er oder Levana Finkelstein als seine Frau nach erfolgtem Sterbehilfe-Einsatzkommando immer wieder gesundheitliche Anfälle vorspielen, nachdem sie von dem immer gleichen Polizisten wegen Zuschnellfahrens angehalten werden. Das große Plus des Films besteht jedoch darin, dass nicht nur die humoristischen Einlagen sehr gut funktionieren, sondern dass auch die ernsteren Töne mit der nötigen Sensibilität harmonisch in die Gesamtheit des Films eingewoben werden.

Fazit: "Am Ende ein Fest" ist eine sehr gelungene Tragikomödie, die eine schwere Thematik mit großer Leichtigkeit und doch mit dem notwendigen Ernst behandelt.




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Land: Israel, Deutschland
Jahr: 2014
Genre: Drama, Komödie
Länge: 93 Minuten
Kinostart: 24.09.2015
Regie: Tal Granit, Sharon Maymon
Darsteller: Ilan Dar als Dr. Daniel, Levana Finkelstein als Levana, Ze'ev Revach als Yehezkel
Verleih: Neue Visionen

Zusatzinformation

Der Film feierte seine Weltpremiere im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele von Venedig und wurde dort mit dem Publikumspreis der Venice Days ausgezeichnet.

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