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Am Ende ein Fest
Am Ende ein Fest
© Neue Visionen

Kritik: Am Ende ein Fest (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Die beiden israelischen Regisseure Sharon Maymon und Tal Granit nehmen sich in ihrem ersten gemeinsamen Spielfilm gleich mehrere heiße Eisen vor. Bereits das Thema Tod wird in unserer Gesellschaft nach wie vor am liebsten komplett ausgeblendet. Bei dem umstrittenen Thema Sterbehilfe kommt zusätzlich dessen Illegalität hinzu. Nur in der Schweiz ist die Hilfe zum Sterben offiziell zulässig: Auch in "Am Ende ein Fest" wird zunächst über die Möglichkeit einer Reise ins Land der Eidgenossen nachgedacht. Doch zu beschwerlich erscheint der Flug nach Mitteleuropa. Für den todgeweihten Max ist dies keine Option. Diese ganze Thematik erscheint in der Nacherzählung reichlich makaber. Umso erstaunlicher, wie feinfühlig und auch witzig Maymon und Granit diese in eine Geschichte umgesetzt haben, die trotz ihrer inhaltlichen Schwere sehr unterhaltsam ist.

Zum Gelingen von "Am Ende ein Fest" trägt sicherlich auch die Tatsache bei, dass die Hauptdarsteller des Films in Israel bekannte Komiker sind. Urkomisch ist es beispielsweise, wenn Ze’ev Revach als Yehezkel zu Beginn des Films eine befreundete Seniorin mit einer durch einen selbstgebauten Stimmverzerrer dröhnenden Stimme als "Gott" anruft. Ein Running Gag gesteht darin, dass er oder Levana Finkelstein als seine Frau nach erfolgtem Sterbehilfe-Einsatzkommando immer wieder gesundheitliche Anfälle vorspielen, nachdem sie von dem immer gleichen Polizisten wegen Zuschnellfahrens angehalten werden. Das große Plus des Films besteht jedoch darin, dass nicht nur die humoristischen Einlagen sehr gut funktionieren, sondern dass auch die ernsteren Töne mit der nötigen Sensibilität harmonisch in die Gesamtheit des Films eingewoben werden.

Fazit: "Am Ende ein Fest" ist eine sehr gelungene Tragikomödie, die eine schwere Thematik mit großer Leichtigkeit und doch mit dem notwendigen Ernst behandelt.




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