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Der Sommer der fliegenden Fische (2013)

El verano de los peces voladores

Chilenisch-französisches Drama: Die junge Manena verliebt sich in den Sommerferien in Pedro, der dem indigenen Volk der Mapuche angehört. Sehr zum Ärger ihres konservativen Vaters.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
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Der chilenische Gutsbesitzer Pancho ist ein Mann mit altein-gesessenen, konservativen Ansichten, der im Moment vor allem ein Problem hat: er will die Fische in seinem See loswerden und dafür ist ihm jedes Mittel recht. Egal ob Dynamit, Elektrozaun oder Gift - Pancho lässt nichts unversucht, um die Tiere auszuschalten. Während Pancho mit den unliebsamen Tieren beschäftigt ist, lernt seine Tochter Manena (Franciska Walker) einen jungen Mann namens Pedro kennen, in den sie sich im Laufe der Zeit verliebt. Für Pancho wäre das alles halb so schlimm, wenn es sich bei Pedro nicht um ein Mapuche, eine indigene Bevölkerungsgruppe, handeln würde. Die Mapuche verlieren immer mehr ihres Landes und wissen nicht, wie und vor allem wo sie künftig leben sollen. Unterdessen fährt Manena mit ihren Eltern für ein Wochenende hinaus aufs abgeschiedene Land. Ihr Aufenthalt dort wird zur Zerreißprobe, als die Familienmitglieder erkennen, dass die Familie kurz vor dem Zerfall steht.

Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse3 / 5

"Der Sommer der fliegenden Fische" ist der neue Film der 42-jährigen chilenischen Regisseurin Marcela Said, die sich in ihrer Karriere bisher auf Dokumentarfilme spezialisierte. Mit "Der Sommer der fliegenden Fische" inszenierte sie ihren ersten Spielfilm, der seine Premiere 2013 in Cannes erlebte. Die chilenisch-französische Ko-Produktion konnte einige Filmpreise gewinnen, so z.B. den Preis als bestes Erstlingswerk beim Havanna Filmfest 2013. Mit dem Film gelingt ihr eine solide, mit elegischen Naturbildern versehene Mixtur aus Familiendrama und Liebesfilm, der auf metaphorische Art und Weise in erster Linie auf die Lebenssituation der indigenen Völker Südamerikas aufmerksam machen will. "Der Sommer der fliegenden Fische" ist sehenswertes Gefühlskino, auch wenn einige Figuren unnahbar bleiben und man sich als Zuschauer mehr Infos über das behandelte indigene Volk gewünscht hätte.

Fans bildgewaltiger Liebesdramen wie etwa "Der englische Patient" oder "Jenseits von Afrika" werden sicher ihre Freude an Marcela Saids erstem Spielfilm haben. Zwar ist "Der Sommer der fliegenden Fische" nur halb so lang wie diese beiden Klassiker des emotionalen Kino, dennoch wird hier Saids Liebe und Hang zu schwelgerischen, melancholischen Natur- und Landschaftaufnahmen deutlich, wie man es bereits aus ihren Dokus kennt. Die beeindruckende chilenische Natur liefert den perfekten Hintergrund für das Gefühlschaos der Protagonisten im Film. Sie steht quasi metaphorisch für die seelische Zerrissenheit der Figuren. Ebenso stellvertretend stehen die Fische von Pancho, die er unbedingt loswerden will, für die Vertreibung und Ausrottung der indigenen Kulturen und Bevölkerungsgruppen Südamerikas.

Insofern kann man "Die Sommer der fliegenden Fische" durchaus als metaphorisches Drama ansehen. Leider jedoch fällt es mitunter schwer, sich in einige der Figuren hineinzuversetzen bzw. bleiben einige ihrer Taten und Sichtweisen seltsam schleierhaft. Das betrifft in erster Linie die Mutter von Manena, die als Figur ebenso blass bleibt wie Pedro, der Mapuche-Junge. Zudem hätte man sich als Zuschauer mehr Infos und durch die Dialoge vermitteltes Hintergrundwissen speziell über das Volk der Mapuche gewünscht, die im Film eine tragende Rolle spielen. An dieser Stelle setzt der Film zu viel Kenntnis beim Zuschauer voraus.

Fazit: Metaphorisches, mit starken Landschaftsaufnahmen ausgestattetes Drama in der Tradition von "Jenseits von Afrika", das vom Zuschauer jedoch zu viel Hintergrundwissen über Südamerikas indigene Kulturen voraussetzt.




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Land: Chile, Frankreich
Jahr: 2013
Genre: Drama, Komödie
Länge: 95 Minuten
FSK: 0
Kinostart: 04.12.2014
Regie: Marcela Said
Darsteller: Gregory Cohen, Francisca Walker, María Izquierdo
Verleih: Cine Global Filmverleih

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