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Kritik: Deliha (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

"Delilah" ist das neues komödiantische Werk des auf humorvolle Filme spezialisierten türkischen Regisseurs Hakan Algül, der mit der "Eyyvah Eyvah"- Trilogie einige der erfolgreichsten türkischen Komödien der letzten Zeit inszeniert hat. Algül hat ein Faible für gutmütige, vom Glück nicht gerade verfolgte Tölpel, die sowohl in "Eyyvah Eyvah" als auch in "Delilah" im Mittelpunkt stehen. "Delilah" jedoch enttäuscht auf der ganzen Linien. Die Hauptfigur Zeliha ist selten dämlich und nervtötend trottelig, noch dazu laut, schrill und schlichtweg nicht gerade sympathisch. Hinzu kommt die Tatsache, dass "Delilah" mit zu vielen Witzen und Slapstick-Momenten garniert wurde, bei denen man sich fragt, was daran lustig sein soll. Die anstrengende, zu sehr ins Zentrum gerückte türkische "Hintergrund"-Bedudelung gibt dem Film schließlich den Rest.

Das einzig Positive an "Deliah" ist, dass hier Figuren vorhanden sind, die nicht am Reißbrett entstanden und sich deutlich voneinander unterscheiden. Zudem sind ihre Wesenszüge und Charaktermerkmale fein und besonnen ausgearbeitet, man kann hier nicht wirklich von Beliebigkeit oder mangelndem Einfallsreichtum sprechen. Mit der trotteligen Art von Hauptfigur Zeliha haben es die Macher dann aber doch ein ums andere mal übertrieben. Sie stellt sich mitunter derart selten dämlich und ungeschickt an, dass es beim Zusehen oft schmerzt. Egal ob sie Bad-Utensilien durch die Gegend wirbelt, fremde Leute auf der Straße wahlweise entweder über den Haufen fährt oder anrempelt oder sich beim Gespräch mit ihrem Schwarm Cemil aufgrund von Nervosität blamiert und verhaspelt. Das ist weder sympathisch noch witzig.

Ebenso wenig witzig ist ein Großteil vieler weiterer lustig gemeinter Gags und Slapstick-Szenen, die allzu zotig und belanglos geraten sind. Und so sorgen etliche Momente statt für Lacher für hilfloses Achselzucken: etwa, wenn Zeliha mit zersaustem und zerknatschtem Gesicht morgens nach dem Aufstehen vor dem Spiegel steht und "Mann, bin ich hübsch" murmelt oder wenn sie eine harmlose alte Dame - die freilich nicht weiß, wie ihr geschieht - beschimpft, gefälligst ihren Freund nicht mehr anzumachen. Die Spitze des Eisbergs ist die anstrengende, stellenweise viel zu laut eingesetzte Hintergrund-Beschallung türkischer Instrumental-Musik, die nicht gerade dafür sorgt, dass man den Film besser bzw. erträglicher findet.

Fazit: Witzlose Komödie mit allzu tollpatschiger, nerviger Hauptfigur und viel zu aufdringlicher Musik. Lediglich die Ausarbeitung der Charaktere überzeugt.




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