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Kaptn Oskar
Kaptn Oskar
© Drop-Out Cinema eG © Daredo Media GmbH

Kaptn Oskar (2013)

Liebesdrama: Oskar und Masha verlieben sich – und beschließen trotzdem keinen Sex miteinander zu haben.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.0 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 1 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Oskar hat gerade erst mit der impulsiven Alex Schluss gemacht, die aus Rache seine Wohnung anzündet, da trifft er auf die liebenswerte Masha. Auch Masha hat schon bessere Tage gesehen, sie ist auf der Suche nach Nähe und Geborgenheit und findet doch immer nur unverbindlichen Sex mit älteren Männern. Also beschließen Oskar und Masha in ihrer Beziehung alles anders zu machen und wollen auf Sex einfach ganz verzichten. Doch für den jungen Mann wird die selbst auferlegte Enthaltsamkeit schnell zu einer Belastung und die Sehnsucht nach körperlicher Liebe immer größer. Als sich dann auch noch Alex mit Gewalt zurück in Oskars Leben drängt, kommt es zu einer ersten Krise zwischen den frisch Verliebten. Beim Camping an einem abgelegen See planen Oskar und Masha schließlich ihre Beziehung zu retten und einander wieder näher zu kommen.

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Kaptn OskarKaptn Oskar - Masha und Oskar am ZaunKaptn Oskar - Oskar und Masha kaempfen am StrandKaptn Oskar - Alex mit FingerKaptn Oskar - Alex am Morgen danachKaptn Oskar - Masha und Oskar morgens im Bett


Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

In so manchen Kritiken zu "Kaptn Oskar" war etwas von einer "ziellosen Coming-of-Age-Story" zu lesen, die die Rezensenten unbefriedigt zurückgelassen hat. Und wer Tom Lass' Film als eine klassische Coming-of-Age-Geschichte betrachtet, kann wohl auch nur enttäuscht werden. Das verspielte und durchaus humorvolle Drama erzählt nämlich weniger von einem Reifeprozess hin zum Erwachsensein als vielmehr von der Bewahrung einer störrischen Kindlichkeit. Die Verweigerung spielt so nicht bloß auf inhaltlicher Ebene in Form der sexuellen Abstinenz eine entscheidende Rolle, sondern prägt den Film als Leitmotiv auch formal.

Allein schon die von Ellipsen und Sprüngen geprägte Dramaturgie widersetzt sich eindrücklich der Formelhaftigkeit, an die ein Coming-of-Age-Film üblicherweise gebunden ist. Stattdessen entwirft der Regisseur und Hauptdarsteller Tom Lass eine mal recht grobe, dann wieder äußerst filigrane Skizze einer jungen Liebe. Es sind Fragmente, die Lass hier lustvoll zusammenträgt und bisweilen etwas chaotisch anordnet. Was diesen verstreuten Film zusammenhält, sind neben dem melancholischen Ton in erster Linie die Schauspieler: Mit sichtlicher Spielfreude improvisieren Lass als Titelheld und Amelie Kiefer als Masha das emotionale Auf und Ab einer Beziehung, während Martina Schöne-Radunski in der Rolle der Alex auf großartige Weise durchknallt.

Den psychologisierenden Ansatz vieler Beziehungsfilme stellt "Kaptn Oskar" offensiv in Frage, ohne ihn dabei gleich ganz über Bord zu werfen. Wichtiger als die filmische Vermittlung eines Psychogramms und immer nachvollziehbarer, dank komplett durchleuchteter Figuren, scheint Lass' assoziativer Bildcollage allerdings das Umherschweifen und Vom-Weg-abkommen. So lässt sich "Kaptn Oskar" unter anderem auch als ein reizvoller kleiner Streifzug durch die Filmgeschichte abseits des Mainstreams verstehen, der von der Nouvelle Vague über die Mumblecore-Bewegung bis hin zu Xavier Dolans Affektkino führt. Und am Ende dieses Weges kann man einen feinen deutschen Independentfilm entdecken.

Fazit: Dieses großartig besetzte Liebesdrama verweigert sich offensiv ausgetretenen Genrepfaden und entdeckt abseits des Weges lustvoll verspieltes Independentkino.




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Land: Deutschland
Jahr: 2013
Genre: Drama, Romantik
Länge: 78 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 11.12.2014
Regie: Tom Lass
Darsteller: Tom Lass als Oskar, Gunnar Teuber als Lars, Amelie Kiefer als Masha
Verleih: Drop-Out Cinema eG, Daredo Media GmbH

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