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Brasserie Romantiek   Das Valentins-Menü
Brasserie Romantiek Das Valentins-Menü
© Die FILMAgentinnen © Rendezvous Filmverleih

Kritik: Brasserie Romantiek – Das Valentins-Menü (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Die romantische Komödie zum Valentinstag spielt selbst an diesem Datum in einem belgischen Restaurant. Alle Tische sind für Paare reserviert, auf die ein Gourmet-Menü zur Feier der Liebe wartet. Entsprechend hoch sind die Erwartungen der Gäste und die Anspannung der Lokalchefin Pascaline, die alles perfekt vorbereitet hat. Aber dann sorgen die Gefühle doch für ein ziemliches Durcheinander, sowohl im Speisesaal, als auch in der Küche. Das Kinofilmdebüt des belgischen Regisseurs Joël Vanhoebrouck konzentriert sich auf vier Beziehungen, die eine überraschende Wendung nehmen. Der unterhaltsame Ensemblefilm verdankt seine Spannung vor allem dem geschickten Wechsel zwischen den einzelnen Geschichten.

Der Valentinstag ist für die Charaktere in diesem Film vor allem Anlass, Bilanz in Herzensangelegenheiten zu ziehen. Darüber sind sie sich anfangs noch gar nicht bewusst, aber ihre Sehnsüchte und Träume müssen sich nun mal gerade an diesem bedeutungsschweren Tag an der Wirklichkeit messen lassen. Nach 23 Jahren taucht Pascalines große Liebe Frank wieder auf und will sie entführen. Was wäre, wenn sie ihrem Herzen folgt und mitgeht? Schließlich hat sie ihr ganzes Leben für andere gesorgt, ihrem kleinen Bruder die Mutter ersetzt, das Wirtshaus des Vaters vor dem Ruin gerettet. Aber Frank bekommt seine Antwort nur häppchenweise, denn es gibt ja noch andere Gäste, die an einem Abend wie diesem emotional dünnhäutiger sind als sonst.

Von den Vorspeisen bis zum Dessert begleitet der auch ernste und dramatische Film seine Charaktere und sieht ihnen dabei zu, wie sie sich an ihren oft schmerzhaften Erfahrungen mit der Liebe abarbeiten. Das Essen selbst spielt keine Hauptrolle, die wiederholten kurzen Einblicke in Zubereitung und Arrangement wirken aber durchaus appetitanregend. Die realistischen Figuren und das permanente Springen zwischen den einzelnen Tisch-Schauplätzen und der Küche ergeben eine spritzige Gesamtkombination. Diese elegante Inszenierung und ihr Humor lassen darüber hinwegsehen, dass die Beziehungsprobleme an sich wenig Neues bieten. Es kommt hier nicht so sehr auf den konkreten Inhalt an, sondern darauf, wie er aufbereitet und präsentiert wird: Wie das Restaurant selbst ist auch der Film reizvoll und überzeugend.

Fazit: In einem belgischen Restaurant kommt am Valentinstag Bewegung in die Herzensangelegenheiten der Gäste und des Personals: Die unterhaltsame Komödie überzeugt mit ihrer abwechslungsreichen Inszenierung und der geschickten Balance zwischen Realismus und Gefühl, Ernst und Humor.





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