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Starry Eyes
Starry Eyes
© MPI Media Group

Kritik: Starry Eyes (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Alptraum Hollywood. David Cronenberg hat den menschlichen Abgründen der Traumfabrik seine ätzende Satire "Maps to the Stars" gewidmet. Darin verhalten sich die Stars und Sternchen derart surreal, dass es gar nicht groß auffällt, wenn die Handlung zwischenzeitlich vom Grotesken ins Übersinnliche kippt. Die beiden US-Amerikaner Kevin Kolsch und Dennis Widmyer beschreiten in "Starry Eyes" den umgekehrten Weg. Sie nutzen das Genre des Horrorfilms, um eine bitterböse und blutrünstige Satire über Hollywood zu kreieren. Im Gegensatz zu dem Kanadier Cronenberg zeigen Kolsch und Widmyer jedoch nicht die moralische Verkommenheit der Wenigen, die es dort tatsächlich geschafft haben. Ihr Blick richtet sich auf das triste Leben der Legionen von Möchtegernschauspielern, die der Sirenenruf der Traumfabrik nach Los Angeles lockt. Die Perspektive des Films gleicht der, die David Lynch in "Mulholland Drive" (2001) einnimmt. Allerdings ist das Leben Sarahs noch einmal deutlich unglamouröser, als das der ambitionierten Betty (Naomi Watts) in David Lynchs Meisterwerk. Auch erreicht "Starry Eyes" in keiner Minute die Klasse von Lynchs Meilenstein des Psycho-Noirs. Das bedeutet jedoch nicht, dass dieser kleine Retro-Horrorfilm nicht auch seine Stärken hätte.

So ist die Casting-Chefin angenehm sinister, der Produzent überzeugt als diabolischer Lustmolch. Sarahs Konfrontation mit diesen bizarren Charakteren offenbart dass "Starry Eyes" im Herzen eine pechschwarze Komödie ist. Allerdings kommt jene mit den kruden Mitteln des mal okulten, mal splattrigen Oldschool-Horrors daher. Der 80er-Jahre-Synthie-Score deutet bereits die Marschrichtung an. Wie viele Horrorfilmen der alten Schule nimmt sich "Starry Eyes" Zeit, um ganz allmächlich eine unbehaglich-bedrohliche Atmosphäre aufzubauen. Es sind lange nur kleine Anzeichen, die darauf hindeuten, dass es mit diesem Casting etwas ganz besonderes auf sich haben könnte. Ganz allmählich erfolgt auch die Transformation von Sarah vom anfänglich naiv-verschüchterten Mädchen hin zu einer ganz anderen Pesönlichkeit. Der Newcomerin Alex Essoe gelingt es überzeugend die ambitionierte junge Frau zu verkörpern. Trotzdem wird die Zeit zwischendurch manchmal etwas lang, bevor der Film so richtig in Fahrt kommt. Aber wenn "Starry Eyes" dann zuschlägt, dann so richtig. Spätestens wenn ein Gesicht zu einem unkenntlichen Klumpen zermanscht wird, weiß man, was die Stunde geschlagen hat. Der Zuschauer mit einem robusten Magen, wird hier wahrscheinlich selbst große Augen bekommen, während es manch einem anderen bereits zuviel des Guten sein wird.

Fazit: "Starry Eyes" nimmt sich viel Zeit um die Protagonistin und ihre spezielle Situation zu etablieren, bevor aus dem anfänglich ein wenig schleppenden Horror ein wild die Gore-Keule schwingender Brachialterror wird.





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