oder

3 Herzen (2014)

3 Coeurs

Dreiecks-Liebesdrama aus Frankreich: Ein Mann erfährt kurz vor der Hochzeit, dass seine Braut die Schwester der Frau ist, die er einst nach einem verpassten Rendezvous aus den Augen verlor.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.0 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 1 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Der Steuerprüfer Marc (Benoît Poelvoorde) lernt in einer französischen Provinzstadt Sylvie (Charlotte Gainsbourg) kennen. Sie gehen eine ganze Nacht lang spazieren und verabreden sich für den nächsten Freitag in Paris, wo Marc wohnt. Weder tauschen sie ihre Telefonnummern, noch kennen sie ihre Nachnamen und Adressen. Sylvie ist bereit, sich von ihrem Mann (Patrick Mille) zu trennen. Aber in Paris wartet sie am Treffpunkt im Park vergeblich. Marc hatte kurz vorher einen Herzinfarkt und verpasst Sylvie, die darauf doch mit ihrem Mann nach Amerika zieht.
Marc fährt wieder in die Provinzstadt, auch um Sylvie zu suchen, und lernt Sophie (Chiara Mastroianni) kennen. Die beiden beschließen zu heiraten, aber kurz vor der Hochzeit erfährt Marc, dass Sophie die Schwester Sylvies ist. Er sagt Sophie nichts davon und auch Sylvie, die zur Hochzeit anreist, schweigt. Erst einige Jahre später gibt es bei der Geburtstagsfeier von Sophies Mutter (Catherine Deneuve) ein Wiedersehen mit Sylvie. Diesmal treffen sich Marc und Sylvie heimlich: Dass sie wieder ein Liebespaar sind, wollen sie vor Sophie verbergen.

Bildergalerie zum Film

3 Herzen3 Herzen3 Herzen3 Herzen3 Herzen3 Herzen


Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse3 / 5

Diese Dreiecksgeschichte erinnert mit der düsteren Konsequenz ihrer Zufälle an ein klassisches Melodram. Dem Genre huldigt der französische Regisseur und Drehbuchautor Benoît Jacquot auch, indem er die Zerbrechlichkeit des Herzens zum Leitmotiv erhebt. Der Steuerprüfer Marc hat einen Infarkt überlebt und muss sich schonen. Aber auf der Suche nach der heilenden Liebe gerät er in ein Dilemma: Obwohl er mit Sophie glücklich ist, fühlte er sich zuerst zu ihrer Schwester Sylvie hingezogen, und diese Sehnsucht ist nie erloschen. Die beiden Schwestern wiederum sind ein Herz und eine Seele: Als Sylvie beim Skypen entdeckt, wer der Bräutigam von Sophie ist, beschließt sie instinktiv aus Sorge um sie, ihr nie das Geheimnis dieses Mannes zu verraten. So schwimmt das Drama auf altmodische Weise gegen den Strom: Anders als in vielen, gerade auch französischen Beziehungsdramen, wird das Fremdgehen, selbst wenn es über weite Strecken nur im Geiste stattfindet, als todernstes No-Go betrachtet.
Der Film baut einen Suspense auf, der an die Spannung eines Thrillers heranreicht. Das liegt zum einen daran, dass zwischendurch Zweifel aufkommen, ob Marc nicht doch wusste, wer Sophies Schwester ist. Offenbar ahnte er zumindest längst mehr, ohne mit seiner künftigen Frau darüber zu sprechen. Zum anderen wird Marcs Heimlichtuerei mit seiner Arbeit als Steuerprüfer kontrastiert: Wenn er zum Beispiel den Bürgermeister der Provinzstadt der Steuerhinterziehung verdächtigt und ihm vorhält, die Gesetze würden für jeden gelten, dann fällt dieser Spruch auch auf ihn selbst zurück. Darf ein Mann mit verdeckten Karten spielen, um die Liebe zu genießen? Oder ist es vielmehr Marcs Anspruch des Überkorrekten, mit dem er sich selbst blockiert?
Diese Spannung löst der Film allerdings nicht befriedigend auf. Vieles bleibt bruchstückhaft, angedeutete Verbindungen werden nicht weiter verfolgt. Zu dieser Rätselhaftigkeit der Inszenierung gehört auch das musikalische Leitmotiv in Form eines dröhnenden Tons, der auf das Herz drückt wie eine verengte Ader. Völlig überraschend gibt irgendwann auch ein Off-Erzähler Auskunft über Marcs Innenleben. Eine ansprechende Atmosphäre entsteht wiederum, weil viele Szenen in der schönen Villa von Sophies und Sylvies Mutter spielen. Dort kommen beim Essen Genuss und Lebensart auf ihre Kosten. Und natürlich sorgen auch die guten Darsteller für Filmvergnügen: Catherine Deneuve und ihre Tochter Chiara Mastroianni, sowie die immer etwas rätselhafte, spröde Charlotte Gainsbourg. Und wer Benoît Poelvoorde hauptsächlich mit der Komödie "Nichts zu verzollen" in Verbindung bringt, erlebt ihn hier einmal in einer ernsten Rolle. Insgesamt ein zwar interessanter und gut gespielter Film, der aber den Herzschmerz eher an die Wand malt, als dass er ihn mit Leben füllt.

Fazit: Die gut gespielte Dreiecksgeschichte baut viel Spannung auf, legt aber zwischen Angst und Begehren einige geheimnisvolle Fährten, die nicht weiterführen.




TrailerAlle anzeigen

Zum Video: 3 Herzen

Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Frankreich
Jahr: 2014
Genre: Drama, Romantik
Länge: 106 Minuten
Kinostart: 19.03.2015
Regie: Benoît Jacquot
Darsteller: Benoît Poelvoorde als Marc Beaulieu, Charlotte Gainsbourg als Sylvie Berger, Chiara Mastroianni als Sophie Berger
Verleih: Wild Bunch

Zusatzinformation

Benoît Jacquots "3 Herzen" feierte seine Weltpremiere im diesjährigen Wettbewerb des Internationalen Filmfestivals in Venedig.

Verknüpfungen zum FilmAlle anzeigen





Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.