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Kritik: Sky Sharks (2020)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 1 / 5

Mit Trashfilmen ist das so eine Sache. Denn Trash ist nicht gleich Trash. Am schlimmsten sind die Filme, die nicht aus eigenem Unvermögen heraus schlecht, sondern mit voller Absicht auf Trash gebürstet sind, dabei jedoch keinerlei Charme oder auch nur sonst irgendetwas verströmen. Dazu zählt "Sky Sharks", der sich bei gleich zwei Quellen der Billig-Unterhaltung der vergangenen Jahre bedient und mit deren Kreuzung katastrophal scheitert: Nazis und Haien.

Der Film sieht aus, als hätte jemand "Iron Sky" (2012) und "Sharknado" (2013) durch einen Mixer gejagt. Übrig geblieben sind ungenießbare Fetzen. Die Handlung wartet zwar mit abgedrehten Ideen für gleich mehrere Filme auf, und der Film ist mit Eva Habermann ("Lexx - The Dark Zone"), Barbara Nedeljakova ("Hostel") und Thomas Morris ("Schindlers Liste") in den Hauptrollen und mit unzähligen Gastauftritten von Cary-Hiroyuki Tagawa ("The Man in the High Castle") und Ralf Richter über Tony Todd ("Candymans Fluch") und Amanda Bearse ("Eine schrecklich nette Familie") bis hin zum Trashfilm-Experten Oliver Kalkofe prominent und originell besetzt. Die Umsetzung ist allerdings so einfalls-, lieb- und lustlos, dass selbst Kalkofe in seiner "SchleFaZ"-Fernsehsendung über die schlechtesten Filme aller Zeiten Mühe hätte, etwas Amüsantes über "Sky Sharks" zu sagen.

Die Humorlosigkeit ist das größte Problem. Laut dem Produzenten Carsten Fehse bewege sich der Film auf dem "schmalen Grat zwischen beißender Satire und rechtem Gedankengut". Das Ergebnis könnte davon allerdings nicht weiter entfernt sein. "Sky Sharks" wäre gern beißende Satire, ist aber nicht ansatzweise lustig, was wiederum am Totalausfall aller Gewerke liegt. Keine gute, kultige Dialogzeile, nirgends. Kein (vermeintlicher) Gag zündet, kein Ensemblemitglied versprüht Witz und Esprit. Die visuellen Effekte erinnern an ein drittklassiges Computerspiel, was mehr zum Weinen als zum Lachen ist. Und die Action und der Splatter sind so grottenschlecht inszeniert, dass sie weder schockieren noch amüsieren und einen nicht einmal kopfschüttelnd, sondern einfach nur teilnahmslos zurücklassen.

Fazit: Vorsicht! Hinter "Sky Sharks" verbirgt sich keine Fortsetzung von "Iron Sky", auch wenn es Titel und Inhalt vermuten lassen. Dieser krude Mix aus Nazi- und Sharksploitation möchte gern bissige Satire sein und möglichst schnell zum Kultfilm werden. Dabei ist dieser Trash einfach nur öde. Aus den wahnwitzigen Versatzstücken und dem soliden Ensemble so wenig herauszuholen, das muss man erst einmal hinbekommen. Ein einfalls-, lieb- und lustlos inszenierter und gespielter Film, von dem keine einzige Szene in Erinnerung bleibt.




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