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Mülheim - Texas. Helge Schneider hier und dort (2015)

Mülheim - Texas

Deutscher Dokumentarfilm: Der Film versucht sich an einem Portrait des eigensinnigen deutschen Jazzers und Klamaukkünstlers Helge Schneider.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.0 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 1 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Für ihren ersten Dokumentarfilm hat sich die Regisseurin Andrea Roggon einen denkbar schwer zu portraitierenden Menschen ausgewählt: Der quierlige Querkopf und Multiinstrumentalist Helge Schneider ist bereits als Künstler nur schwer greifbar. Bekannt durch Klamauklieder wie "Katzenklo" und sinnfreie Filme wie "Texas - Doc Snyder hält die Welt in Atem" (1993) ist diese schillernde Persönlichkeit zugleich ein erst zu nehmender Jazzmusiker, der mit diesem Können ursprünglich in New York Karriere machen wollte. Seine Person inszeniert Helge Schneider ebenso, wie seine Bühnenshows bis ins letzte Detail hinein. So sperrt er sich auch in "Mülheim - Texas" dagegen ungefilterte Szenen aus seinem Alltag zu zeigen oder auf einfache Fragen auch einfache Antworten zu geben.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Helge Schneider nutzt die Dokumentation "Mülheim - Texas" zur ungehemmten Selbstdarstellung. Wir sehen Helge gleich zu Beginn, wie er mit offenem Hemd in die Kamera grinsend in Spanien einen Feldweg mit dem Mofa entlangknattert. Später macht er Faxeb bei einem Fotoshooting, zu dem er sich in eine Jahrmarkt-Rakete für Kinder hineinklemmt. Dann hopst Helge wieder in Spanien mit hocherhobener Gitarre durch ein vertrockneter Tal oder badet dort in einer viel zu kleinen Badewanne im Garten seiner Ferienwohnung. Zwischendurch gibt es auch immer wieder klassische Interviewszenen in einem Studio vor schwarzem Hintergrund. Dort zum Thema "seiner Freiheit" befragt, antwortet Helge, dass man sich diese nehmen müsse, steht auf und geht.

Solche Aktionen torpedieren die Absicht der Filmemacherin den Menschen hinter der Kunstfigur Helge Schneider sichtbar zu machen. Doch zugleich sind dies auch anschauliche Bespiele für die Methode "Helge Schneider", sprich die versteckte Systematik hinter seinen scheinbaren Improvisationen. Der Spruch "Sontanität will wohl überlegt sein" könnte von ihm stammen. Bei einer Bandprobe zeigt sich was für ein feines Gehör und Musikverständnis der scheinbare Chaot tatsächlich besitzt. Mit einem unnachbiebigen Willen zur absoluten Perfektion tritzt Helge da auch einmal einen Mitmusiker, damit der selbst die genau geplanten Fehler im Stück fehlerfrei spielt.

Überhaupt überwiegt der Eindruck, dass Helge Schneider in Wirklichkeit ein sehr ernsthafter Mensch ist. An einer Stelle erzählt er, wie ein Freund zu Zeiten seiner Anfänge als Clown vom Dienst zu ihm gesagt habe, dass seine Witzeleien nicht echt seien, da er in Wahrheit immer so traurig ist. Zwar erfährt der Zuschauer in "Mülheim -Texas" kaum etwas über die Privatperson Helge Schneider. Aber wahrscheinlich hat Helge recht, wenn er meint, dass niemand einen Star beim Einkaufen sehen will. Es gehe vielmehr darum, sein Geheimnis zu wahren. Es sind insbesondere seine scharfen Beobachtungen und - jawohl - philosophischen Betrachtungen durch die in dieser Dokumentation am Ende doch der hinter hinter der Bühnenfigur Helge Schneider versteckte Mensch sichtbar wird.

Fazit: Vordergründig gewohnt anarchisch, doch zwischen den Zeilen ernsthaft und nachdenklich zeigt sich Helge Schneider in dieser sehenswerten Dokumentation.




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FBW: besonders wertvollHelge Schneider fällt scheinbar nie aus der Rolle. In der Öffentlichkeit ist er immer mit seiner Kunstfigur identisch. Er ist in jedem Moment ein Clown, improvisiert und ist höchstens in seiner Unvorhersehbarkeit vorhersehbar. Von ihm ein Porträt zu [...mehr]

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Land: Deutschland
Jahr: 2015
Genre: Dokumentation
Länge: 88 Minuten
Kinostart: 23.04.2015
Regie: Andrea Roggon
Darsteller: Helge Schneider, Andrea Schumacher, Antoinette 'Butterscotch' Clinton
Verleih: Piffl Medien

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