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Kritik: PK (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Rajkumar Hiranis gesellschaftskritische Komödie um einen naiven Außerirdischen gilt als erfolgreichste Bollywoodproduktion aller Zeiten und bietet auf den ersten Blick auch vor allem das, wofür Hindu-Filme weltweit bekannt sind: Über eine Laufzeit von mehr als zwei Stunden entfaltet "PK" seinen zwischen Komödie und Drama pendelnden Plot, der mit Tanznummern, bunten Bildern und gutaussehenden Darstellern angereichert ist. Vor allem zu Beginn, als die Heldin Jaggu sich verliebt und mit ihrem Angebeteten vor belgischer Kulisse turtelt, wirkt das Ganze allerdings noch etwas steril und allzu glatt inszeniert. Belgien bietet hier einen wenig reizvollen Hintergrund für die verspielten Gesangseinlagen. Die touristischen Bilder unseres Nachbarlands dürften sich wohl eher an ein indisches Publikum richten, das Europa bislang nur vom Hörensagen kennt.

Interessanter wird Hiranis Spielfim, wenn er sich dem außerirdischen Protagonisten Tipsy widmet und an dessen Seite Indien erkundet. Mit weit aufgerissenen Augen tapst Hauptdarsteller Aamir Khan durch ländliche Gebiete und landet schließlich in der Millionenstadt Delhi. Anhand einer episodenhaften Struktur und mit harmlosem Humor werden dabei Eigenheiten und besonders Widersprüche der indische Kultur unter die Lupe genommen. Trotz zahlreicher sexueller und sozialkritischer Anspielungen bleibt der Film dabei stets familienfreundlich und im Grunde auch recht bieder. Die Komik speist sich meist aus der Gutmütigkeit und dem merkwürdigen Verhalten des Helden, das mit einer Vielzahl von Cartoongeräuschen noch verstärkt wird, während die ernsteren Momente, vor allem von Liebeskummer erzählen.

Die Kritik, die Hirani mit "PK" an der indischen Gesellschaft und speziell deren religiösen Autoritäten formuliert, spitzt sich im letzten Drittel jedoch immer mehr zu und wird letztlich geradezu plakativ ausformuliert. In einem emotionalen Finale treffen dann ausgelassener Slapstick, eine humanistische Botschaft, romantischer Kitsch und ein melodramatisch inszenierter Terrorakt zusammen und verbinden sich zu einem erstaunlich sinnigen und unterhaltsamen Erlebnis.

Fazit: Der familienfreundliche Bollywoodstreifen verbindet Slapstick, Melodramatisches, Romantik und Sozialkritik zu einer unterhaltsamen Mischung. Bisweilen ist "PK" aber zu glatt inszeniert und wirkt steril und bieder.





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