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Tristia - Eine Schwarzmeer-Odyssee
Tristia - Eine Schwarzmeer-Odyssee
© MFA Film © Die FILMAgentinnen © Stanislaw Mucha

Kritik: Tristia - Eine Schwarzmeer-Odyssee (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

"Tristia", das ist nicht nur der Titel des Films von Stanislaw Mucha, sondern auch der Name der Klagelieder, die der Dichter Ovid an seinem Verbannungsort Tomis am Schwarzen Meer vor 2.000 Jahren verfasst hat. Bei der Namensgebung blitzt schon der ironische Humor des Filmemachers Mucha auf, denn seine Reise entlang der heutigen Schwarzmeerküste ist nicht nur weit entfernt von den Sphären klassischer Hochkultur, sondern zudem alles andere als eine traurige Angelegenheit.

In meist bunten, lichtdurchfluteten Bildern porträtiert Mucha die Landschaften und Kulturen am Schwarzen Meer und schreckt dabei auch vor touristischen Motiven nicht zurück. Zugleich wagt er sich aber auch an die ganz normalen Menschen an der Straße heran und verwickelt die Einheimischen in Gespräche über alle möglichen Themen von Krieg bis zu alltäglichen Befindlichkeiten. Soziales Elend und Lebensfreude sind dabei immer nur einen Schnitt voneinander entfernt, die Montage lässt lustvoll Widersprüchliches und Gegensätze aufeinanderprallen und pointiert das Geschehen auf der Leinwand so immer wieder.

Durch die schnellen Schnittfolgen betont Mucha gezielt die humorvollen Seiten seines Films und verdichtet seine persönliche Odyssee zu einer Ansammlung von liebenswürdigen Skurrilitäten. Auf seine bisweilen sehr merkwürdigen und eigentümlichen Protagonisten schaut "Tristia" dabei nie herab, sondern präsentiert sie als durchaus charmante Charaktere, deren Eigenwilligkeit den Dokumentarfilm erst sehenswert macht. Teils wirkt der entschiedene Blick auf das Skurrile allerdings ein wenig forciert und einseitig, im Großen und Ganzen versteht Mucha es aber auf gekonnte Weise, zu faszinieren, Einblicke zu gewähren und nicht zuletzt großartig zu unterhalten.

Fazit: Stanislaw Muchas Dokumentarfilm bietet eine faszinierende Odyssee entlang der Schwarzmeerküste und porträtiert deren Bewohner mit Wohlwollen und Neugierde. Dabei werden durch die Montage humorvolle sowie skurrile Momente geschaffen, die bisweilen jedoch etwas forciert wirken.




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