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Kritik: Himmelverbot (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Es sind spannende Themen, die der Filmemacher Andrei Schwartz mit seinem Dokumentarfilm anschneidet. "Himmelverbot" erzählt sowohl von den Schwierigkeiten einer Resozialisierung, von den Umwälzungen innerhalb Rumäniens als auch von einem Mann, der mit dem Leben hadert und sich trotzdem kämpferisch gibt. Gabi heißt dieser Mann und er ist ein Mörder, der sich nach seiner Haftentlassung wieder in die Gesellschaft eingliedern will.

Über Jahre hinweg hat Regisseur und Drehbuchautor Schwartz Gabi begleitet und während dieser Zeit eine Freundschaft mit dem ehemaligen Häftling aufgebaut. Einmal sitzen die beiden eng nebeneinander vor der Kamera, Gabi klagt dabei über die Isolation und Kälte, die er in seiner Familie und generell bei seinen Mitmenschen wahrnimmt. So scheint die Teilnahme am Film dem Mörder Sicherheit zu geben sowie ein wenig Trost zu spenden. Im Gegenzug gewährt er Einblicke in sein Leben und redet bereitwillig immer wieder über sein Verbrechen.

Für seine Tat finden sich immer wieder neue Erklärungsmuster, mal sind es die zerrütteten Familienverhältnisse, dann wieder die aufgeheizte Stimmung der Rumänischen Revolution 1989, die Gabi dazu gebracht haben zwei Menschen zu erschießen. Bei aller Intimität bleibt Schwartz jedoch stets auf kritischer Distanz und hinterfragt oder erläutert das Geschehen auf der Leinwand anhand von Off-Kommentaren. Erst zum Finale hin zeigt sich, dass Gabi tatsächlich nicht immer ehrlich war: Nach einem etwas behäbigen und unfokussierten Mittelteil findet "Himmelverbot" hier doch noch sein großes Thema, das auf die gesamte Dokumentation aus einer neuen Perspektive zurückblicken lässt.

Fazit: Der sehenswerte Dokumentarfilm kann trotz eines etwas behäbigen Mittelteils überzeugen. Die enge Verbindung zwischen dem Regisseur und dem Protagonisten sowie eine finale Wendung bereichern den Film um spannende Facetten.





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