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A Blast - Ausbruch
A Blast - Ausbruch
© Real Fiction

Kritik: A Blast - Ausbruch (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Radikal und gewaltsam ist auch Syllas Tzoumerkas zweiter Film nach seinem Debüt "Homeland" (2010). "A Blast" ist ein Drama, das seine Aussage auf äußerst aggressive Weise trifft: Griechenland liegt in Scherben. Die junge Generation ist durch den von den Älteren hinterlassenen Schuldenberg überfordert. Im Land herrschen Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung. In deren Folge kommt es zu einer zunehmenden Kriminalität und einem erstarkenden Rechtsradikalismus. Das Land ist ein Pulverfass, die Stimmung ist explosiv.

All diese Elemente verdichtet der Filmemacher in die Geschichte von Maria und ihrer Familie hinein. Es ist die Geschichte einer eigentlich sehr gewöhnlichen Familie: Marias Eltern führten ihr Leben lang einen Tante Emma Laden. Der Schwager ist der zweite Chef auf einer Mülldeponie, Marias Mann Yannis (Vassillis Doganis) fährt zur See, da man dabei wenigsten noch gut verdient. In "A Blast" wird diese Familie zum Stellvertreter für die gesamte griechische Gesellschaft, ihre Geschichte ist eine Parabel auf die Entwicklung im Land. Die allgemeine wirtschaftliche Misere ist auch im Film omnipräsent in Form von Berichten im Fernsehen, im Radio und in den Gesprächen der Menschen auf der Straße.

Maria ist eine drahtige Kämpferin, die beim Boxtraining mit Wucht auf ihren Sandsack eindrischt. Sie ist auch sehr emotional. Als Yannis nach nur zwei Wochen wieder zur See muss, schlägt sie auch auf ihren Mann ein: weil sie Yannis liebt und ohne ihn nicht weiß, wie sie weitermachen soll. Diese Liebe beziehungsweise diese innere Abhängigkeit zeigt sich auch in den zahlreichen in die Handlung eingestreuten Sexszenen, die zumeist Maria und Yannis beim leidenschaftlichen Liebesspiel in einem schön eingerichteten, aber fensterlosen Raum zeigen. Das Liebesnest erscheint als ein Fluchtort, fast analog zu einem Drogenrausch, in dem Maria und Yannis ihre harte Alltagsrealität ausblenden.

Doch irgendwann sind die gewaltigen Risse in Marias Leben derart unübersehbar, das alle falsche Sicherheit und Geborgenheit komplett zusammenbricht und sie nur noch die Möglichkeit sieht durch einen letzten brutalen Schlag alles endgültig zu zertrümmern.

Fazit: "A Blast" ist Kino, dass niemanden ungerührt lässt. Einige werden angesichts der überbordenden Vitalität und Aggressivität des Films auf Abwehr schalten. Denn dieses griechische Drama bietet ein Seherlebnis der besonders intensiven Art.





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