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Knock Knock
Knock Knock
© Universum Film © SquareOne

Kritik: Knock Knock (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Bei dem erotischen Psychothriller "Knock Knock" hat Eli Roth nicht nur Regie geführt, sondern war auch am Drehbuch und an der Produktion beteiligt. Der Film ist ein loses Remake des Horrorthrillers "Tödliche Spiele" aus dem Jahr 1977, der angeblich auf wahren Tatsachen beruht. Der Eindruck, dass dies tatsächlich stimmen könnte kommt zumindest in der Version von Eli Roth ("Hostel" und Hostel 2") niemals auf. Viel zu konstruiert und unglaubwürdig wirkt die gesamte Handlung. Unglaubwürdig und undifferenziert sind auch die Charaktere. Dabei schlägt sich Keanu Reeves ("Matrix") noch verhältnismäßig gut, als der gegen seinen Willen verführte Mustermann. Sieht man Reeves sonst eher als einen strahlenden Helden - bevorzugt mit übermenschlichen Fähigkeiten -, so muss er in "Knock Knock") hilflos zusehen, wie zwei psychopathische Gören sein Leben zur Hölle machen.

Das Problem ist nur, dass man Lorenza Izzo und Ana de Armas als Genesis und Bel niemals so richtig die Mischung aus sexy Lolita, verführerischer Femme fatale und männermordendem Satansweib abnimmt. Denn dazu wirken die beiden Mädchen einfach zu unbedarft. Die Kubanerin Ana de Armas hat als "Bel" immerhin den großen Vorzug, dass sie tatsächlich äußerst sexy ist. Dahingegen besteht die größte Qualität der Chilenin Lorenza Izzo darin, dass sie die Ehefrau von Eli Roth ist und von daher zumindest bereits Erfahrung im Umgang mit 43-jährigen Männern besitzt. Trotzdem vermag es Roth nicht seiner Inszenierung ein persönliches Profil zu verleihen. Wenn es mal besonders erotisch werden soll, covert er auf mäßige Weise eine Szene aus Brian de Palmas "Femme Fatale" (2002). Aber überwiegend wirkt "Knock Knock" wie eine Erotik-Comedy-Version von Michael Hankes perfiden Psychothriller "Funny Games" (1997/2007).

Es gibt im Film zwar immer wieder schöne und lustige Momente. Aber echte Spannung mag kaum aufkommen, da die beiden kichernden Mädchen in etwa so bedrohlich rüberkommen, wie das durchschnittliche "böse" Girlie auf MTV. Vor allem fehlt es der Geschichte an Stringenz. Die zahlreichen Logiklöcher in der Handlung ließen sich wesentlich besser verschmerzen, wenn wenigstens die Motivation der beiden klar wäre. Aber gerade da bleibt Roth viel zu schwammig und reißt mal hier und mal dort ein mögliches Motiv oder die Abwesenheit eines solchen an, ohne sich zu sehr festlegen zu wollen. Klar bleibt somit nur die erzkonservative Moral des Films: Wer unehelichen Sex hat, gehört dafür mit aller Härte bestraft. Das ist ebenfalls die Moral fast sämtlicher Teenie-Slasher, in denen am Ende meist nur die jungfräuliche Unschuld vom Lande als Final Girl übrig bleibt, deren heilige Mission dann darin besteht, dem gespenstischen Moralapostel nun seinerseits die Lichter auszupusten. Nur ist es hier der untreue Ehemann der zu Bestrafende, der es aber eigentlich nicht wirklich auf einen Ehebruch angelegt hatte. Entsprechend unbefriedigt lässt dieser Psychothriller den Zuschauer am Ende zurück.

Fazit: "Knock Knock" ist viel zu unausgegoren, um den behaupteten Psychoterror zu viel Mehr als den bösen Späßen junger, unbedarfter Dinger zu machen.





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