VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
Bad Luck
Bad Luck
© dejavu filmverleih

Kritik: Bad Luck (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Als öden Landstrich, der außer dunklen Wäldern und endlosen Autobahnen nicht viel zu bieten hat, inszeniert Thomas Woschitz den Kärntner Schauplatzes seiner Tragikomödie "Bad Luck". Hier, im österreichischen Niemandsland, entfaltet der Regisseur und Drehbuchautor eine kunstvoll verknüpfte Kette von Missgeschicken und Unglücksfällen, die eine Reihe von ungleichen Protagonisten zusammenführen soll. Dabei sind die einzelnen Episoden eher lose miteinander verbunden, meist sind es nur flüchtige Begegnungen oder Objekte wie eine Pistole und ein Bündel Bargeld, die die Figuren teilen.

Gleich in der ersten Einstellung taucht aus den Tiefen eines Sees eine Leiche auf und dieser düstere, bisweilen morbide Ton soll sich durch den gesamten Film ziehen. Ein schleppender Soundtrack aus schweren Gitarren begleitet die ebenso trost- wie farblosen Aufnahmen von Kameramann Enzo Brandner, doch am Rande tauchen immer wieder skurrile und surreale Details auf, die die bedrückende Geschichte mit trockenem Humor erheitern. "Bad Luck" erinnert in seiner Mischung aus komischer Lakonie und ausufernder Gewalt dabei immer wieder an das skandinavische Kino, beispielsweise an die derben Komödien von Anders Thomas Jensen, aber verlagert den Ton vom Grotesken doch mehr zum Tragischen.

Unter der ungehobelten Oberfläche wird so schnell ein feiner Blick auf menschliche Abgründe frei, der weniger von zynischer Härte und Abgeklärtheit als von großer Verletzlichkeit zeugt. "Bad Luck" erweist sich auch in seiner filmischen Struktur als ein einziges Taumeln, Herumirren und Zusammenbrechen und gibt seiner Erzählung vom ökonomischen und moralischen Kollaps so den entsprechenden Rahmen. Den im Grunde wenig sympathischen Figuren bringt die Tragikomödie dabei immer Mitgefühl entgegen und zeigt sich durchaus eingenommen von deren Hilflosigkeit und Unbeholfenheit.

Fazit: Thomas Woschitz erzählt in seiner Tragikomödie mit trotzigem Humor von menschlichen Abgründen. Vor allem der mitfühlende, aber unsentimentale Blick auf seine Figuren macht diesen Film sehenswert.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.