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Voll verzuckert - That Sugar Film (2014)

That Sugar Film

Dokumentarischer Selbstversuch: Schauspieler Damon Gameau nimmt 60 Tage lang 40 Teelöffel pro Tag Zucker zu sich. Das entspricht dem Wert, den wir uns alle täglich von dem kristallenen Lebensmittel einverleiben - mit fatalen Effekten auf die Gesundheit.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
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Kritisch mit der gesamten Lebensmittel- und dem gewaltigen Einfluss der Zuckerindustrie geht Damon Gameau mit seinem ersten Film ins Gericht, der auch darauf abzielt, dass wir Verbraucher uns alle bewusster ernähren und genauer hinsehen. In "Voll verzuckert" wagt er den ultimativen Selbstversuch, um aufzuzeigen, was das süße Lebensmittel, das erst im 12. Jahrhundert zu uns nach Europa kam, mit unserem Körper und der Gesundheit anstellt. Zum einen ernährt sich Gameau eine Zeit lang nur von solchen Nahrungs- und Lebensmitteln, die gemeinhin als gesund und zuckerfrei gelten und auch so beworben werden, z.B. Müsli, Säfte oder Smoothies. Gleichzeitig beginnt er jedoch auch eine "Zuckerdiät”, heißt: zwei Monate lang nimmt er jeden Tag 40 Teelöffel Zucker zu sich. Während dieser Zeit lässt er sich von Ernährungsexperten und Beratern begleiten sowie seine Gesundheit überwachen.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Damon Gameau ist vor allem als Schauspieler bekannt, der bisher u.a. in Serien wie "How I met your mother" oder der australischen Serie "Love my way" zu sehen war. Mit "That sugar film" (so der Originaltitel) beweist er sein Händchen und Gespür für informative, investigative aber auch extrem unterhaltsame Dokumentarfilmkunst. Dass der Film dabei immer wieder auch an den ähnlich gelagerten, Fast-Food-kritischen "Super Size Me" von Morgan Spurlock erinnert - auch im Hinblick auf die Auswirkungen und Schäden für Körper und Gesundheit - sei Gameau verziehen, zumal er wesentlich verspielter und lebhafter an die filmische Umsetzung herangeht als Spurlock 2004. "That sugar film" lief auf der diesjährigen Berlinale in den Sektionen "Generation" und "Kulinarisches Kino".

"Voll verzuckert" gelingt das Kunststück, als Dokumentarfilm sowohl zu unterhalten als auch in großem Stil aufzuklären und zu informieren, vor allem über die versteckten und oft illegalen Machenschaften und Methoden der Zuckerindustrie und letztlich auch über die fatalen Folgen von überzogenem Zuckergenuss für unsere Gesundheit. Entscheidende Erkenntnis des Films wird aber sein, dass das kristalline Lebensmittel auch zumeist in Nahrungsmitteln enthalten ist, die allgemein als zuckerfrei und sogar als "gesund" gelten, wie z.B. Müsli oder Smoothies. Also genau solchen Lebensmitteln, von denen sich Gameau im Rahmen seines Experiments ernährt. Gameau selbst verzichtete vor seinem Experiment drei Jahre lang bewusst auf (bekanntermaßen) Zuckerhaltiges wie Süßigkeiten oder Soft Drinks und macht in seinem Film damit auch deutlich, dass man Zucker kaum im Alltag entkommen und entgehen kann, auch wenn man es sich vornimmt. Eine erschreckende Erkenntnis.

"Voll verzuckert" geht zum einen scharf ins Gericht mit den manipulativen Methoden der Lebensmittelfirmen, die ihre Produkte in erheblichem Maße mit Zucker versetzen aber auch mit uns Verbrauchern, die doch - so eine zentrale Botschaft des Films - wesentlich kritischer und bewusster auf die eigene Ernährung achten und genauer auf die Verpackungen schauen sollten. Die Verschlechterung von Gameaus Gesundheitszustandes wird schnell deutlich, Ärzte und Ernährungsexperten bestätigen dies durch ihre kontinuierliche Überwachung des Selbstversuchs. Glaubhaft und wissenschaftlich gestützt bzw. fundiert wird die Doku zudem durch Gespräche und Interviews mit Fachleuten, Vertretern der Lebensmittelindustrie, Nahrungsmittel-Experten und auch Zuckergeschädigten.

Ein großes Plus des Films ist dabei der hohe Unterhaltungswert trotz des ernsten Themas, der durch die spielerischen Elemente und gekonnten visuellen Einfälle erzeugt wird. Wenn Gameau etwa mit bunten Bildern, anschaulichen Graphiken und Animationen sowie in verspielter Optik die Auswirkungen von Zucker auf den Körper oder das Gehirn ("Die Reise ins Ich" lässt grüßen) anschaulich macht oder Wissenschaftler vom Cover eines Buches zum Zuschauer sprechen lässt, dann zeugt das auch von einem hohen Maß an Kreativität und geistreichem Witz.

Fazit: Lehrreiche und nachhaltige Doku über die Machenschaften der Zucker- und Lebensmittelindustrie sowie die fatalen Auswirkungen von Zucker auf unsere Gesundheit. Highlight des Films sind die vergnüglichen visuellen Einfälle und die farbenfrohen optischen Spielereien, die für hohen Unterhaltungswert sorgen.




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Land: Australien
Jahr: 2014
Genre: Dokumentation
Länge: 90 Minuten
Kinostart: 29.10.2015
Regie: Damon Gameau
Darsteller: Stephen Fry, Damon Gameau, Isabel Lucas
Verleih: Universum Film, Die FILMAgentinnen

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