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Ein Neues Leben (2014)

In grazia di Dio

Drama von Edoardo Winspeare: Drei Generationen von Frauen müssen nach dem Bankrott ihrer Textilfabrik auf dem Land neu anfangen.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.0 / 5

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Adele ist am Ende: Die kleine Textilfabrik, die sie gemeinsam mit ihrem Bruder Vito betreibt, muss wegen der miserablen Wirtschaftslage schließen. Doch damit nicht genug, denn Vito lässt sich zu allem Überfluss auch noch auf ein krummes Geschäft mit seinem Schwager, Adeles Ex-Mann Crocifisso ein, und landet im Gefängnis. In dieser verzweifelten Lage sieht Adele keine Hoffnung mehr und fühlt sich von ihrer Familie im Stich gelassen. Ihre religiöse Mutter ist ihr ebenso wenig eine Hilfe wie ihre Schwester Maria, die von einer Schauspielkarriere träumt, oder ihre pubertierende Tochter Ina. Als die Familie schließlich das Eigenheim verkaufen muss und Vito mit seiner Frau in die Schweiz zieht, planen die zurückgebliebenen Frauen einen Neuanfang: Sie ziehen aufs Land und bewirtschaften einen alten Bauernhof. Dabei kommen sich die Frauen einander wieder näher und entdecken ihr Leben neu.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

"Ein neues Leben" beginnt mittendrin: Mitten in der Euro-Krise, mitten in der persönlichen Tragödie der Protagonistin Adele und auch mitten in einem kleinen, in Süditalien angesiedelten Kosmos aus vielfältigen Figuren. Während der Ernst der Lage sofort ersichtlich wird, braucht es einige Szenen, bis man sich als Zuschauer in dieser Welt zurecht findet und versteht, wie die Beziehungen der Figuren zueinander sind. Doch das ist kein Problem, denn diese Zeit gibt der Regisseur Edoardo Winspeare seinem Publikum: Etwas mehr als zwei Stunden dauert sein Drama nämlich und entwickelt dabei behutsam und ohne Hast seine Themen sowie Konflikte.

Die gelassene Dramaturgie sowie das Fehlen von musikalischer Untermalung lassen "Ein neues Leben" oftmals wie einen Dokumentarfilm erscheinen, der eher geduldig beobachtet statt das Geschehen zu pointieren. Verstärkt wird dieser Eindruck noch durch die Schauspieler, die allesamt Laien und zudem Einheimische der Ortschaft sind, in der Winspeare sein Drama angesiedelt hat. Betrachtet man das Ergebnis, zahlen sich diese künstlerischen Entscheidungen definitiv aus. Denn dem Regisseur gelingt dank autobiografisch geprägter Geschichten der Zugriff auf authentische Erfahrungen seiner Darsteller sowie eine beeindruckende Lebensnähe.

Neben dieser bemerkenswerten, aber einiges Sitzfleisch vom Publikum fordernden Errungenschaft, bietet "Ein neues Leben" aber auch zahlreiche Eindrücke, die unmittelbarer wirken, als dieses sich langsam entspinnende Beziehungsgeflecht von authentischen Figuren: Die wunderbaren Aufnahmen, die Kameramann Michele D'Attanasio von der apulischen Landschaft gelungen sind, oder der feine Humor, der dieses nachdenkliche Drama durchzieht, sorgen für die nötige Kurzweil, um diesen etwas zu langen Film gut durchzustehen.

Fazit: In seinem dokumentarisch anmutenden Film entwickelt der Regisseur Edoardo Winspeare behutsam und ohne Hast eine komplexes Drama. Authentische Laiendarsteller, lebensnahe Figuren, wunderbare Landschaftsaufnahmen sowie ein feiner Sinn für Humor lassen dabei fast vergessen, dass "Ein neues Leben" ein wenig zu lang geraten ist.




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Land: Italien
Jahr: 2014
Genre: Drama
Länge: 127 Minuten
Kinostart: 16.06.2016
Regie: Edoardo Winspeare
Darsteller: Celeste Casciaro als Adele, Laura Licchetta als Ina, Anna Boccadamo als Salvatrice
Verleih: Kairos Film

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