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Kritik: Stella (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Das autobiografisch geprägte Spielfilmdebüt der schwedischen Filmemacherin Sanna Lenken erzählt konsequent aus der Perspektive der jungen Titelheldin und wie diese die Essstörung ihrer älteren Schwester wahrnimmt. Die von zögerlicher Neugierde motivierte Handkamera begibt sich dabei auf die Augenhöhe der Protagonistin und macht anhand feiner Beobachtungen deren Lebenswelt erfahrbar. Dass Stella absolut authentisch wirkt, liegt neben dem glaubwürdigen Drehbuch und der sorgsamen Inszenierung vor allem an der bei Drehbeginn erst 11-jährigen Darstellerin Rebecka Josephson.

Die junge Schauspielerin porträtiert die pubertierende Heldin mit einer besonderen Leichtigkeit, selbst komplexe Nuancen gelingen Josephson scheinbar ohne Mühe. Während die von Amy Deasismont mit starker physischer Präsenz verkörperte Katja trotz ihrer zentralen Bedeutung für die Geschichte eher eine Nebenfigur bleibt, trägt Rebecka Josephson den Film über weite Strecken. Die Entscheidung aus Stellas Perspektive zu erzählen, erweist sich hier als große Stärke und erlaubt es zudem, vom Schema des Problemfilms abzuweichen und stattdessen immer wieder den Spuren des Coming-of-Age-Films zu folgen.

Katja Erkrankung dient dabei als eine Art Zerrspiegel für Stellas Empfindungen, Wünsche und Ängste und reflektiert den Horror des Heranwachsens sowie den Leistungsdruck, der auf junge Mädchen ausgeübt wird, mit surrealer Präzision. Dass sich die losen Episoden um die Titelfigur im letzten Drittel zu einem etwas allzu formelhaften Drama verdichten, lässt sich ebenso verkraften wie die unterentwickelten erwachsenen Figuren.

Fazit: Sanna Lenken erzählt in ihrem sorgsam inszenierten Spielfilmdebüt mit surrealer Präzision von der Pubertät eines jungen Mädchens. Ein glaubwürdiges Drehbuch sowie die überragende Leistung der Hauptdarstellerin Rebecka Josephson machen dieses Jugenddrama unbedingt sehenswert.





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