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Kritik: Results (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Diese Komödie des amerikanischen Regisseurs und Drehbuchautor Andrew Bujalski ("Beeswax") gehört weder zum Mainstreamkino, noch ist sie ein ausgeflippter Experimentalfilm. Ihre Charaktere bewegen sich voller Spielfreude durch eine Geschichte, die mal dem einen von ihnen folgt, dann dem anderen. Das Ausprobieren anekdotischer Verbindungen ist darin wichtiger als ein roter Faden, der ohne Umwege zum Ziel führt. Bujalski, der als Vertreter des Mumblecore gilt, bewahrt sich auch mit dieser vergnüglichen Schmunzelkomödie, die es mit dem Streben nach Glück auf ganz naive Weise ernst meint, eine eigene Handschrift.

Danny sieht aus wie jemand, für den Sport ein Schimpfwort ist. Wenn nun ausgerechnet er zu den durchtrainierten Selbstoptimierern von "Power 4 Life" kommt, dann treffen nicht nur konträre Welten aufeinander, sondern der Fitnesswahn wird auch einem lustigen Realitätstest unterzogen. Trevor und Kat trainieren selbst in jeder freien Minute: Fitness ist anstrengend. Trevor hat sogar eine elaborierte – wenn auch köstlich oberflächliche – Philosophie, in der es um körperliche, geistige, emotionale und spirituelle Fitness gleichzeitig geht. Er glaubt daran, dass sich jedes Ziel erreichen lässt, und wenn es einmal Probleme gibt, macht er ein paar Klimmzüge mehr, um sich in Form zu bringen. Aber Trevor und Kat sind emotional gar nicht so fit wie sie glauben. Schnell wird klar, dass sich weder die Trainer, noch Couchpotato Danny auf dem Königsweg befinden, sondern dass sie voneinander lernen können. Schrittweise verschieben sich die Gewichte und die Rollen: Joggen und gesunde Ernährung sind nicht alles im Leben und Danny bringt mit seinem Gras und seinem Whisky die Fitness-Jünger ganz schön in Bedrängnis.

Zunächst ist Danny die zentrale Figur der Geschichte. Aber dann rückt er plötzlich in den Hintergrund und es geht mehr um Trevor und seine Liebe zu Kat. So wirkt die Dramaturgie unrund und der Film erhält eine schräge Note. Die Fäden laufen scheinbar auseinander und werden erst im Finale neu zusammengeknüpft. Zwischendurch hat die Geschichte auch ein paar Hänger, läuft ein paar Pirouetten zu viel, wodurch sich der Eindruck fehlender Perfektion verfestigt. Aber insgesamt überwiegt der Spaß, diese sympathisch fehlbaren Personen auf der Suche nach dem, was im Leben wirklich zählt, zu begleiten.

Fazit: Die verspielte Schmunzelkomödie räumt genüsslich mit dem Fitness– und Machbarkeitswahn auf, in den sich ernährungsbewusste, hart trainierende, leistungsorientierte Zeitgenossen steigern können. Den Charakteren dieser eigenwillig mäandernden Geschichte tut etwas mehr Miteinander, selbst es konfliktreich verläuft, ganz gut. Mit seinem Verzicht auf einen linearen Spannungsbogen und dem mal satirischen, mal fröhlich-naiven Ton bietet der Film originelle Unterhaltung abseits des Mainstreams, die auch einige unschlüssige Passagen übersteht.




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