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Die neue Wildnis - Große Natur in einem kleinen Land
Die neue Wildnis - Große Natur in einem kleinen Land
© Die FILMAgentinnen © Busch Media Group GmbH & Co KG

Kritik: Die neue Wildnis - Große Natur in einem kleinen Land (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Regelmäßig schaffen es imposant bebilderte Natur-Dokus in die Kinos und bringen dem Publikum das Tierleben rund um den Globus näher. Vor allem der afrikanische Kontinent scheint die meist europäischen und nordamerikanischen Naturfilmer zu faszinieren, während die heimische Fauna eher vernachlässigt wird. Diesem Trend setzen die Regisseure Ruben Smit und Mark Verkerk nun ihren Film "Die neue Wildnis" entgegen, der sich ausschließlich mit dem Naturentwicklungsgebiet Oostvaadersplassen in der Nähe von Amsterdam beschäftigt.

Dass das tierische Treiben in unserem Nachbarland ebenso faszinierend sein kann wie das im Regenwald oder der Savanne wird dabei schnell deutlich. Über vier Jahreszeiten zeigen die Filmemacher das Leben von wilden Pferden, Eisvögeln sowie Gänsen und gewähren Einblicke in das riesige Feuchtgebiet Oostvaadersplassen, das für Touristen zum größten Teil unzugänglich ist. Angenehm ist dabei vor allem, dass sich "Die neue Wildnis" im Vergleich zur filmischen Konkurrenz beinahe zurückhaltend gibt: Kameratricks wie Zeitraffer und Zeitlupen oder einen wuchtigen Orchestersoundtrack gibt es hier zwar auch zu bewundern bzw. zu ertragen, aber die Regisseure setzen ihre Mittel recht sparsam und wohldosiert ein.

Der in der deutschen Fassung von Hannes Jaenicke gesprochene Kommentar erweist sich ebenfalls als gelungen und vermeidet übertriebenen Pathos genau wie eine kitschige Vermenschlichung der Tiere. Lehrreich sind die Texte aus dem Off durchaus, sie gehen allerdings niemals allzu sehr in die Tiefe und dürften somit auch jüngere Zuschauer nicht überfordern. Schade ist hingegen, dass der Dokumentarfilm wenig über die Entstehung von Oostvaadersplassen und die Kontroversen rund um das Areal verrät. Dass etwa Tierschützer die unzureichenden Pflegemaßnahmen kritisieren und welche komplexe Rolle der Mensch für das künstlich geschaffene Biotop Oostvaadersplassen spielt, dafür zeigt sich "Die neue Wildnis" bei allem Interesse für die Schönheit der Natur blind.

Fazit: "Die neue Wildnis" erweist sich als eine angenehme Abwechslung im Genre der Naturdokumentationen und blickt auf ein Stück Natur, das gar nicht so weit entfernt ist. Leider blenden die Filmemacher dabei die komplexe Rolle des Menschen und die berechtigte Kritik am Naturentwicklungsgebiet Oostvaaderplassen aus.




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