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Kritik: The Forecaster (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Diese Geschichte um einen Mann, der zu viel weiß und daher zum Schweigen gebracht werden soll, klingt nach einem klassischen Thriller und genauso inszeniert Marcus Vetter seinen Dokumentarfilm über weite Strecken auch. Während Sven Kaisers Soundtrack musikalischen Nervenkitzel erzeugt, entfaltet sich Schritt für Schritt das beinahe unglaubliche Leben des Martin Armstrongs, in dem neben einem geheimen Code auch die russische Mafia und die US-amerikanische Regierung ihre Rolle zu spielen haben. Von Hong Kong über Berlin bis nach New York City folgt das Filmteam dem Protagonisten, um seinem Geheimnis auf die Spur zu kommen.

Gut informiert oder aufgeklärt ist man nach dem Anschauen von "The Forecaster" trotz aller Mühen der Filmemacher dann allerdings leider doch nicht. Zwar wird Martin Armstrongs Biografie von vorne bis hinten aufgerollt, zu einer tieferen Erkenntnis verdichten sich all diese Fakten aber letztlich nicht. Armstrongs Privatleben, der Justizskandal um seine Inhaftierung sowie sein mysteriöses Computerprogramm werden alle nur oberflächlich und stets parteiisch betrachtet und teils auf ungelenke Weise verknüpft: Das Armstrong kein Finanzbetrüger, sonder unschuldig ist, vermittelt der Film etwa dadurch, dass er seine Mutter zu Wort kommen lässt und dabei Kinderbilder einblendet.

Natürlich kann man die einseitige Darstellung des Sujets damit rechtfertigen, dass Armstrong zum Opfer wurde und hier die Chance bekommt endlich selber ausführlich zu sprechen, und das Unrecht, das ihm widerfahren ist, anzuklagen. Vetters manipulative Dramaturgie und seine Entscheidung nur Armstrongs Familie sowie enge Freunde und Mitarbeiter sprechen zu lassen, nehmen dem Publikum aber die Möglichkeit, sich ein eigenes Bild zu machen oder eine kritische Position einzunehmen. So wirkt der Film als Porträt zu flach und hinterlässt zugleich allzu viele offene Fragen.

Fazit: Der Dokumentarfilm versteht es nicht, seine zahlreichen Fakten zu einer tieferen Erkenntnis zu verdichten, und begnügt sich letztlich damit, seinen Protagonisten recht einseitig zu porträtieren.





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