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The Lady in the Van (2015)

Britische Dramödie über einen Londoner Schriftsteller und eine obdachlose alte Frau, die in seiner Hauseinfahrt lebt.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.5 / 5

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Der Londoner Schriftsteller Alan Bennett (Alex Jennings) kauft 1970 ein Haus in einer gutbürgerlichen Straße. Einige Zeit später lernt er die alte Miss Shepherd (Maggie Smith) kennen, die ihren Kleinbus, in dem sie wohnt, in dieser Straße parkt. Alan wird die Bezugsperson der störrischen alten Frau, die Haare auf den Zähnen hat. Als die Gemeinde ein Parkverbot erlässt, erlaubt Alan Miss Shepherd, ihren Van in seine Einfahrt zu stellen. Er verlagert sein schriftstellerisches Interesse, das bisher seiner Mutter galt, auf die Obdachlose, die gebildet und voller Geheimnisse zu sein scheint. Alan führt ständig Selbstgespräche über sie, indem er sie einerseits aus der Perspektive des um den Hausfrieden besorgten Privatmanns, andererseits von der Warte des neugierigen Schriftstellers aus betrachtet.

Während Alans Mutter in ein Heim ziehen muss, bleibt Miss Shepherd aktiv und gesund: Sie organisiert sich ein zweites Auto und einen Fernseher, für den Alan den Strom spendet. In den 15 Jahren, die sie in der Einfahrt wohnt, erhält Alan nur spärliche Hinweise auf ihre traurige Vergangenheit und die Schuldgefühle, die die alte Frau plagen.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Die englische Dramödie von Regisseur Nicholas Hytner ("Die History Boys – Fürs Leben lernen") wurde vor und in dem Londoner Haus gedreht, in dessen Einfahrt von 1974 bis 1989 eine obdachlose Frau in ihrem Kleinbus lebte. Der Schriftsteller Alan Bennett, zugleich Drehbuchautor dieses Films, hat eine Geschichte über seine Bekanntschaft mit Miss Shepherd geschrieben und auch ein Theaterstück. Darin spielte Maggie Smith bereits die Rolle der geheimnisvollen alten Frau, die sich vom Schicksal nicht unterkriegen ließ. Der ungewöhnliche Film über die holprige Freundschaft zweier sehr verschiedener Menschen ist Drama und Komödie zugleich. Seine Atmosphäre ist durchdrungen von trockenem britischen Humor, der sich als immun gegen Rührseligkeit, Mitleid und Kitsch erweist.

Die sarkastische, unfreundliche, stolze und wortgewaltige Miss Shepherd ist eine Paraderolle für Maggie Smith. Eingehüllt in zusammengeklaubte Kleidung, nach dem Urteil der Passanten streng riechend, breitet die Obdachlose rund um ihren Kleinbus prall gefüllte Plastiktüten aus. Wenn mildtätige Nachbarn ihr etwas zu essen bringen, gibt sie sich undankbar, wenn Kinder Flöte spielen, macht sie das aggressiv. Auch Alan Bennett kommt schnell in den Genuss ihrer ambivalenten Haltung: Einerseits spannt sie ihn gerne für ihre Zwecke ein, andererseits aber verbittet sie sich jegliche Einmischung in ihre Angelegenheiten, und das mit einer britischen Vornehmheit, die sogar einen Polizisten in Schach halten kann. Im Gegensatz zu Alan wissen die Zuschauer von Anfang an, dass ein Autounfall Miss Shepherd aus der Bahn warf, aber wie der Film später zeigt, gab es in ihrem Leben noch weiteres Leid. Dem unscheinbaren Alan, einem ergrauenden Muttersöhnchen, tut die Bekanntschaft mit der lebhaften Miss Shepherd gut, sie lockt ihn aus seinem Schneckenhaus.

Alan ist kein Samariter, ebenso wenig wie seine Nachbarn, die Miss Shepherd neugierig, vielleicht auch mit Wohlwollen, aber vor allem mit höflich kaschierter Abscheu beäugen. Alan ekelt sich vor ihrem Gestank und Schmutz, aber er erträgt ihre Nachbarschaft dennoch wie selbstverständlich. Voller Ironie registriert er Miss Shepherds manipulative Tricks, ihre Schrullen und Eigenwilligkeit, aber auch seinen Wunsch, Distanz zu wahren. Fast jede Dialogzeile ist erfüllt von dem humorvollen Clinch, im dem sich Alan mit der anstrengenden Miss Shepherd und mit sich selbst befindet. Obwohl er sich so unbeschwert gibt, fehlt es dem gut gespielten Film keineswegs an Tiefgang und Herz.

Fazit: Ein steifer Londoner Junggeselle lässt eine obdachlose Frau 15 Jahre lang in seiner Hauseinfahrt in ihrem Kleinbus wohnen. Maggie Smith spielt die dickschädelige, stolze Alte, die seine Mutter sein könnte, mit Biss und frei von Selbstmitleid. Der trockene britische Humor, der sich jeder Rührseligkeit widersetzt, verwandelt die auf wahren Ereignissen basierende Geschichte einer Freundschaft in eine vergnügliche Komödie mit Tiefgang.




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Land: Großbritannien
Jahr: 2015
Genre: Drama, Biopic
Länge: 103 Minuten
FSK: 6
Kinostart: 14.04.2016
Regie: Nicholas Hytner
Darsteller: Maggie Smith als Miss Shepherd, Jim Broadbent als Underwood, Clare Hammond als Junge Margaret Fairchild
Verleih: Sony Pictures

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