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Kritik: Nice Places to Die (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Der Tod war immer schon ein wichtiges Thema für den Filmemacher Bernd Schaarmann, der im Oktober 2014 im Alter von 46 Jahren überraschend verstorben ist. Ohne Berührungsängste und mit einem humorvollen Blick hat der Sohn eines Bestatters sich dem ernsten und oft verdrängten Sujet angenommen und gezeigt, wie eng Leben und Tod miteinander verknüpft sind. Am eindrucksvollsten ist Schaarmann dies wohl mit dem Dokumentarfilm "Leben und Sterben in Castrop-Rauxel" (2006) gelungen.

Für seinen letzten Film hat sich der Regisseur mit seinem Team nun auf eine Reise um den halben Globus begeben, um zu erfahren wie Menschen in Südamerika, auf den Philippinen, in Indonesien und in Ägypten mit dem Sterben umgehen. Die Einblicke, die die Dokumentation gewährt, sind dabei durchaus vielfältig und erscheinen erst einmal kurios und befremdlich. Vertraut hingegen ist die Machart von "Nice Places to Die", denn leider bietet der Film nicht mehr als eine durchschnittliche TV-Dokumentation, die mit einer Mischung aus Interviews und bunten Impressionen aus entfernten Teilen der Welt berichtet.

So könnte man sich Schaarmans beinahe zwei Stunden lange Dokumentation in gekürzter Fassung oder in Auszügen zwar gut im Fernsehen vorstellen, im Kino wirkt "Nice Places to Die" jedoch völlig fehl am Platz. Das teilweise misslungene, da theatralische Voice-over und die katastrophale Montage erschweren den Zugang zum eigentlich interessanten Thema weiterhin und machen aus Schaarmanns filmischer Reise, eine holprige Angelegenheit. Zu abrupt und unmotiviert arbeitet der Schnitt hier, als dass Stimmungen aufkommen würden oder man sich auf einzelne Protagonisten einlassen könnte.

Fazit: Der Umgang mit dem Tod, ein eigentlich interessantes Thema, wird in diesem Dokumentarfilm im Stil durchschnittlichen TV-Reportage betrachtet. Neben der konventionellen Machart ist es aber vor allem die völlig misslungene Montage, die "Nice Places to Die" zu einer freudlosen und zähen Angelegenheit macht.




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