oder

Liebe Halal (2015)

Halal Sex

Komödie über drei muslimische Paare in Beirut: Die Hausfrau Awatef wünscht sich zur Unterstützung im Haushalt eine Zweitfrau; die schöne Batoul leidet unter der Eifersucht ihres Mannes, der sie bereits zweimal grundlos verstoßen hat. Loubna hingegen hat sich gerade scheiden lassen und freut sich, endlich mit ihrem Freund zusammen sein zu können - der allerdings selbst noch verheiratet ist...Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.8 / 5

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Die muslimische Hausfrau Awatef (Mirna Moukarzel) wünscht sich in ihrer Familie in Beirut dringend eine Zweitfrau. Ihr Mann Salim (Ali Sammoury) hat selbst kein Interesse an einer weiteren Ehefrau, aber Awatef will nicht mehr so oft mit ihm schlafen und hätte auch gern Unterstützung im Haushalt und bei der Kinderbetreuung. So bringt sie die hoffnungsvolle Kandidatin Bardot (Fadia Abi Chahine) nach Hause.
Nebenan streitet wie üblich ein junges Ehepaar: Mokhtar (Hussein Mokkadem) ist schrecklich eifersüchtig und verdächtigt seine schöne Frau Batoul (Zeinab Khadra), mit anderen Männern zu flirten. Zweimal hat er sie bereits verstoßen, beim dritten Mal gilt die Ehe nach islamischer Tradition als beendet und Mokhtar könnte Batoul nur zurückgewinnen, wenn er ihr zwischenzeitlich einen anderen Ehemann zugesteht.
Loubna (Darine Hamze) lässt sich scheiden und freut sich, dass sie nun endlich mit dem Gemüseverkäufer Abou Ahmad (Rodrigue Sleiman) zusammen sein kann. Aber der Mann ist verheiratet und betrachtet Loubna nur als Gespielin.

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Liebe HalalLiebe Halal - Töchterchen Hiba (Berlin Bader) kann...iden.Liebe Halal - Awatef (Mirna Moukarzel) will ihren...ilen.Liebe Halal - Haushalt, Familie und ein...ared)Liebe Halal - Eheglück zu dritt? Salim (Ali Sammoury)...ine).Liebe Halal - On-Off-Beziehung: Batoul (Zeinab...riff.


Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse2 / 5

Wie der Titel der Komödie von Regisseur und Drehbuchautor Assad Fouladkar verrät, erkundet sie spielerisch die Vereinbarkeit romantischer Leidenschaft mit muslimischen Sitten. Die drei Paare gehören zur islamischen Bevölkerungsgruppe Beiruts, der Heimatstadt des Filmemachers. Die episodische Struktur und die Liebesthematik wecken Erinnerungen an den Frauenfilm "Caramel" von Nadine Labaki aus dem Jahr 2007. Aber Fouladkar versteht offenbar nicht viel von Frauen und ist sich ziemlich im Unklaren darüber, wie viel Emanzipation noch als sittsam durchgehen kann.

Das Hauptpaar Awatef und Salim plagt sich mit Problemen, die in vielen Ehen auftauchen: Sie ist gestresst vom Alltag mit Haushalt und Kindern und hat abends keine Lust auf Sex. Er hingegen wird als stets liebeshungrig dargestellt und damit schon praktisch karikiert. Offenbar darf der Mann sexuell keinesfalls frustriert werden, denn Awatef glaubt, sie müsse ihm eine Ersatzfrau besorgen, wenn sie ihre Ruhe haben will. Doch damit fangen ihre Probleme erst an. Selbst schuld, wenn sie ihr Familienglück nicht zu schätzen weiß. Indem der Film solche Schlüsse nahelegt, entpuppt er sich als schrecklich bieder und altbacken. Sein Frauenbild ist nicht ganz auf der Höhe der Zeit, so dass man sich direkt freut, wenn er seinen Protagonistinnen auch mal ein bisschen Aufmüpfigkeit gönnt. Zum Beispiel der jungen Batoul, die etwas länger braucht, um sich von ihrem unbeherrschten, eifersüchtigen Bräutigam zu lösen. Ihr steht die islamische Regel bei, dass eine Ehe praktisch beendet ist, wenn der Mann die Frau dreimal verstößt. Und Loubna bekommt von einer christlichen Kollegin zu hören, dass der muslimische Glaube ihr nach der Scheidung noch eine zweite Chance gebe, die Liebe zu finden. Offenbar liegt Fouladkar einiges daran, den Islam als durchaus liberal und frauenfreundlich darzustellen. Das nützt Loubna aber nicht viel, denn ihre Freude am Singledasein trüben zwei Dinge: Nicht nur die Mutter setzt sie unter Druck, wieder zu ihr zu ziehen, weil eine junge Frau nicht einfach allein wohnen darf. Und Loubna selbst setzt ihre Hoffnungen sofort wieder auf einen Mann, der sie enttäuscht.

Wiederholt werden ganze Erzählstränge mittendrin gekappt, die Charaktere verschwinden oder haben plötzlich etwas anderes im Sinn. Nur die Entwicklung von Salim und Awatef wird explizit bis zum Schluss begleitet. Der häufige Blick über die große Stadt mit ihren hellbraunen Blocks schafft ebenso eine gewisse Atmosphäre wie die Beobachtung der vielen Alltagsszenen. Leider gängelt der Filmemacher seine Charaktere aber zu sehr mit seiner Absicht, erbaulich und witzig zugleich zu sein.

Fazit: Die romantische Komödie des libanesischen Filmemachers Assad Fouladkar erzählt von drei muslimischen Frauen in Nöten, ohne ihnen viel Emanzipation zu gönnen. Dieses unklare Frauenbild und der altbackene Humor schmälern das Vergnügen, das die authentischeren Momente bereiten.




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Land: Deutschland, Libanon
Jahr: 2015
Genre: Drama, Komödie
Länge: 95 Minuten
Kinostart: 07.07.2016
Regie: Assad Fouladkar
Darsteller: Berlin Badr als Hiba, Christy Bared als Nasma, Fadia Abi Chahine als Bardot
Verleih: Neue Visionen

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