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Kritik: The Forest (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Mit seinem Debütfilm "The Forest" verfolgt Jason Zada einen vielversprechenden Ansatz. Die erste gute Idee besteht darin, anstatt in einem US-Film J-Horror zu recyceln, eine amerikanische Protagonistin ins geheimnisvolle Japan zu schicken. Dabei wurde mit der interessanten Nathalie Dormer ("Game of Thrones") eine Protagonistin gefunden, welche genügend Charisma und zugleich Zerbrechlichkeit besitzt, um die schwierige Doppelrolle der Zwillingsschwestern Sara und Jess mit Bravour auszufüllen. Eine originelle Idee ist es zudem Elemente des klassischen japanischen Geisterhorrors mit Anklängen an den Psychothriller westlicher Tradition miteinander zu verknüpfen.

Ein weiterer - und im wahrsten Sinne des Wortes phantastischer - Hauptdarsteller ist zudem der real existierende Selbstmordwald Aokigahara am Fuße des majestätischen Fuji. Dieser bietet mit seiner üppigen Vegetation mit mächtigen Farnen und den hoch aufragenden Baumkronen ein sehr atmosphärisches Setting für die Geschichte. Da der Aokigahara auch in der Realität als "Selbstmörderwald" bekannt ist, fragt man sich , weshalb erst jetzt jemand auf die Idee gekommen ist diese Tatsache filmisch zu verwerten.

"The Forest" überrascht mit einigen Bildern von großer Schönheit und gefällt mit der fast durchgehend gelungen Erzeugung einer mystischen Atmosphäre. Besonders stark ist der Horror-Thriller immer dann, wenn man sich als Zuschauer selbst nicht mehr so sicher ist, was jetzt möglicherweise Einbildung und was Realität ist und wer welches Spiel spielt. Doch leider schöpft "The Forest" das vorhandene Potential nicht vollkommen aus. Anstatt sein kluges Konzept voll auszureizen, bewegt sich das Drehbuch zu "The Forest" viel zu oft auf ausgetretenen Genre-Pfaden und schreckt nicht einmal vor billigen Jump-Scares zurück. Am Ende bleiben ein solider Gesamteindruck und das Gefühl zurück, dass hier mit noch mehr Mut und Konsequenz ein noch deutlicher besserer Film möglich gewesen wäre.

Fazit: "The Forest" punktet mit einer guten Grundidee, viel Atmosphäre und einer interessanten Protagonistin, wandelt jedoch zu oft auf ausgetretenen Genre-Pfaden.





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