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Before I wake
Before I wake
© Capelight Pictures

Kritik: Before I Wake (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Im Horrorfilm ist die Grenze zwischen Schlafen und Wachen häufig hauchdünn. Dann kann ein Alptraum schon einmal tödlich enden. Für ihre jüngste Zusammenarbeit kehren Regisseur Mike Flanagan und Koautor Jeff Howard die Grundidee aus Wes Cravens Klassiker "A Nightmare on Elm Street" (1984) einfach um. Während bei Craven die Träumer in tödliche Gefahr gerieten, sind es bei Flanagan die Wachen. Aber auch hier gilt die Prämisse: Ich darf nicht einschlafen!

Wer Mike Flanagans ältere Filme "Absentia" (2011) und "Oculus" (2013) kennt, der weiß, dass der US-Amerikaner gern mit der Wahrnehmung seiner Figuren und mit der seiner Zuschauer spielt. Auch "Before I Wake" lässt zunächst offen, ob sich die Träume des achtjährigen Cody (Jacob Tremblay) tatsächlich in der Realität manifestieren, oder ob seine schlaflose Pflegemutter Jessie (Kate Bosworth) halluziniert. Ist der Horror echt oder ein Trugbild ihrer trauernden Psyche? Dementsprechend will Flanagan seinen Film nicht als billigen Horrorstreifen, sondern als Märchen mit Tiefgang oder übernatürliches Drama verstanden wissen. Und während Mark in dieser Ehekrise mit fantastischen Einsprengseln den Part der Vernunft übernimmt, steht Jessie für den Affekt.

Im Grunde keine schlechte Ausgangslage, doch Flanagans Film kratzt stets nur an der Oberfläche, lässt zudem eine klare Linie vermissen. Die Unschlüssigkeit ob der übernatürlichen Geschehnisse gibt er bereits im ersten Drittel auf, wenn auch Mark Zeuge von Codys Gabe wird. Wie bedenkenlos der Pflegevater das Gesehene glaubt, ist ein weiterer Schwachpunkt dieses im Ansatz guten, in der Ausführung viel zu unausgegorenen Films. Fortan bezieht "Before I Wake" einen Großteil seiner Spannung aus den Spannungen des Ehepaars. Während Mark Cody helfen will, seine Alpträume zu überwinden, missbraucht Jessie die Gabe des Jungen für ihre eigenen Zwecke und setzt damit das Leben aller aufs Spiel. Aber auch dieses Horrorszenario mit psychologischer Grundierung hält "Before I Wake" nicht lange durch. Als die Alptraumgestalt schließlich zuschlägt, kippt der Film endgültig.

An den Schauspielern liegt es nicht. Die mühen sich sichtlich, allen voran Jacob Tremblay ("Raum"), kommen gegen die Ungereimtheiten des Drehbuchs letztlich aber nicht an. Miserable computergenerierte Bilder, ein lächerliches Monster, das viel zu früh in Erscheinung tritt, und eine Auflösung, die an M. Night Shyamalans schlechten Jahre erinnert, geben "Before I Wake" schließlich den Rest.

Fazit: "Before I Wake" möchte Mystery-Drama sein, lässt dafür jedoch den nötigen Tiefgang vermissen. Nach einem vielversprechenden Beginn baut der Film schnell ab. Das liegt neben den miserablen Spezialeffekten an der unausgegorenen Geschichte, die zu keiner Zeit eine klare Linie findet.





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