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Kritik: Limonata (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Roadmovies, in denen sich zuvor fremde Brüder zusammen auf eine wilde Fahrt voller obskurer Abenteuer begeben, haben im Moment Hochkonjunktur. In Deutschland lief vor einigen Wochen die mit Sido und Fahri Yardim prominent besetzte Komödie "Halbe Brüder" an, nun startet das türkische Pendant "Limonata" über die Reise eines (Halb-) Brüderpaares von Istanbul nach Mazedonien. Beiden Filmen ist leider gemein, dass sie nur leidlich komisch sind und voller misslungener Gags stecken. Das Positive an "Limonata", dem neuen Film von Ali Atay, ist immerhin, dass er auf den peinlichen Fäkalhumor von "Halbe Brüder" verzichtet und zumindest einige sympathische Ansätze sowie zwei schrullige Hauptfiguren besitzt.

Die beiden ungleichen Brüder könnten schon rein optisch unterschiedlicher nicht sein: da ist Sakip, ein großgewachsener Schlacks, attraktiv und bei den Frauen nicht unbeliebt. Der Hellste ist er jedoch nicht. Das krasse Gegenteil ist sein Halbbruder Selim, der als notorisch schlecht gelaunter, korpulenter Gegenpol erscheint. Zusammen muten die Beiden wie eine türkische Fassung von "Dick und Doof" an. Die unkontrollierten Wutausbrüche von Selim haben zu Beginn noch durchaus Charme, mit der Zeit gehen diese jedoch gehörig auf die Nerven, zumal die Gründe für seine Tobsuchtsanfälle im Laufe der Zeit immer fadenscheiniger und nichtiger werden.

Darüber hinaus bietet der Film einige schöne, atmosphärische Bilder und Panoramen der mazedonischen Steppe und einiger anmutiger, türkischer Landstriche, an denen die Beiden im klapprigen, alten Trabant des Vaters vorbeiziehen. Die Erlebnisse und Vorfälle, die Sakip und Selim im Laufe der Zeit widerfahren, sind aber alles andere als kreativ und spannend, geschweige denn, dass sie sonderlich viel Humor versprühen. Egal ob es sich dabei um die immer wieder ausschweifenden Familienfeste handelt, in die sie quasi als "Gäste" stolpern, die technischen Probleme des Autos oder um die mit der Dauer der Reise zunehmenden gesundheitlichen Probleme von Sakip, dem die andauernden Meinungsverschiedenheiten und Wutanfälle seines Bruder sowohl psychisch als auch körperlich zusetzen. Der Film bietet letztlich nicht mehr als einige wenige, sympathische Ansätze, dafür deutlich zu viel Leerlauf und misslungene Witze.

Fazit: Selten wirklich witziger Film über die Reise zweier ungleicher Brüder, der seine altbekannten, ausgetretenen Komödien- und Roadtrip-Pfade kaum verlässt.





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