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Niyazi Gül Dörtnala
Niyazi Gül Dörtnala
© Kinostar

Kritik: Niyazi Gül Dörtnala (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

"Niyazi Gül Dört Nala" von Hakan Algül ist ein Film, der seinem Publikum Vergnügen bereiten möchte. Streckenweise gelingt ihm dies dank des spielfreudigen Ensembles durchaus gut. Doch insbesondere im letzten Drittel driftet das Geschehen allzu oft in einen enervierenden Klamauk ab.

Die Figuren des Films sind zugespitzt – was im Comedy-Fach allerdings auch völlig legitim ist. Der Protagonist Niyazi Gül wird von dem Kabarettisten, Schauspieler und Musiker Ata Demirer als wunderlicher Kauz gegeben, der mit Hund und Katze, Papagei, Igel, Schildkröte und vielen weiteren Tieren zusammenlebt: Mit dem Tier ein Tier sein, so lautet die Maxime des "Mannes mit Prinzipien". In einigen Passagen des Werks kann Demirer sein Komiktalent ausspielen – vor allem in den gemeinsamen Szenen mit seinen gegensätzlichen Leinwandpartnerinnen Demet Akbağ und Şebnem Bozoklu.

Akbağ ist als Sultan – ein reiches, intrigantes Biest mit Bob-Frisur und teurem Zebra-Pelz – eine reizvolle Kontrastfigur zu dem idealistischen Gül, der im Rahmen einer Anti-Pelz-Demo vor Sultans Anwesen die Aufmerksamkeit der Society-Lady erregt. Ein Tango-Tanz der beiden, mit dem Sultan ihren Ex-Lover Riza zur Eifersucht treiben will, und eine spätere Zwei-Personen-Party, bei der Sultan den unbeholfenen Tiermediziner gezielt betrunken macht, um ihn erpressen zu können, gehören zu den witzigsten Momenten von "Niyazi Gül Dört Nala". Und auch die drollige Liebesanbahnung zwischen Gül und der von Bozoklu mit großer Geste gespielten Helferin Hediye ist sehr unterhaltsam – etwa wenn sich Hediye wiederholt in aller Ausführlichkeit über ihren Chef echauffiert und zu verzweifeln droht.

Bedauerlicherweise wird der Komödien-Bogen inszenatorisch jedoch immer wieder überspannt – bis der Film im finalen Akt endgültig zum albernen Action-Nonsens verkommt. Während eine schrille Slapstick-Einlage zu Beginn, in welcher ein gereizter (unverkennbar unechter) Bär in Güls Vorlesung für Tohuwabohu sorgt, noch über einen gewissen Trash-Charme verfügt, bleiben gegen Ende – wenn Gül sein Mittel unfreiwillig selbst verabreicht bekommt und daraufhin Tierlaute von sich gibt, über Zäune springt und Gangster vermöbelt – nur extrem plumpe Gags.

Fazit: Die gut aufgelegten Schauspieler lassen zuweilen eine schöne Situationskomik entstehen. Mehr und mehr rutscht der Film aber in eine ziemlich uncharmante Alberei ab.





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