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Hirschen - Da machst was mit! (2014)

Hirschen

Komödie über ein Dorf in Tirol, das ein paar Bewohner mit überhaupt nicht korrekten Methoden vor dem Untergang retten wollen.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2.0 / 5

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Im Tiroler Dorf Hirschen sehen viele Bewohner nach der Schließung der Fabrik keine Zukunft mehr und ziehen weg. Der Geologe Paul Gandhi (George Inci) will im Nachbarort Messungen für den geplanten Bau eines Forschungsinstituts anstellen und landet nach einem Wildunfall ziemlich mitgenommen und mit kaputtem Auto in Hirschen. Das bringt dem Mechaniker Rudi (Bernhard Wolf) Arbeit und den Metzger Heinrich (Josef Lusser) auf eine Idee: Wildunfälle rentieren sich!

Zusammen mit dem Dorfarzt Richard (Joseph Holzknecht), dem Bürgermeister Albrecht (Thomas Widemair) passen sie an einer geeigneten Stelle auf der Landstraße Autos ab. Dann laufen zwei verkleidete Männer, die zusammen einen Hirsch darstellen, über die Straße, und das Auto landet, wenn alles nach Plan läuft, in den Strohballen am Waldesrand. Oft klappt das auch und der örtliche Laden, der Arzt, der Mechaniker und das Gasthaus haben Konjunktur. Die Metzgerstochter Susi (Beatrice von Moreau) soll den Inder Paul Gandhi ablenken, damit er den Männern nicht auf die Schliche kommt. Aber dann ist Jagdsaison und etliche Hirsche fliehen in Panik direkt auf die Straße...

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse3 / 5

"Hirschen" ist einerseits ein Heimatfilm, andererseits aber auch eine vollkommen skurrile Posse mit vielen Klamauk-Einfällen. Der deutsch-türkische Regisseur und Drehbuchautor George Inci, der auch als Kameramann und Darsteller fungiert, hat den Film als unabhängige Produktion gemeinsam mit Beatrice von Moreau auf die Beine gestellt. Die langwierige und von vielen Rückschlägen begleitete Suche nach finanziellen Partnern wurde zu einer Erfahrung, die in die Filmbotschaft selbst mündete: niemals aufgeben! Im fiktiven Dorf Hirschen wollen sich ein paar Bewohner nicht damit abfinden, dass die Tage des Ortes gezählt sein sollen und greifen zu ungewöhnlichen Methoden. Die Filmcrew wurde am Drehort Außervillgraten in Osttirol von der Dorfgemeinschaft begeistert empfangen: Viele Darsteller, zum Beispiel Josef Lusser in der Hauptrolle des Metzgers, stammen von der örtlichen Theatergruppe und der Kapellmeister Gebhard Widemair steuerte Kompositionen für den Soundtrack bei.

Inci nennt seine Regiemethode "intuitives Filmen". Innerhalb eines vorgegebenen Rahmens entwickelt sich der Dreh relativ frei und erhält eine eigene Dynamik. Die Darsteller dieser Komödie, unter ihnen auch Profis, spielen betont bühnenhaft, sie deklamieren ihre Sprüche mit selbstironischem Pathos, haben Spaß am Grimassieren und am demonstrativen Unsinn, den die Geschichte pflegt. Einige der Unfallopfer zum Beispiel kaufen im Dorfladen gleich die ganze Wurst und den ganzen Schinken auf, der Pfarrer stirbt im Stehen während der Messe mit Blick zum göttlichen Licht. Von Zeit zu Zeit geben der Mechaniker, der Politiker Hans Kröck (Gebhard Widemair) oder auch die Jäger kleine Tanzeinlagen, die mit dem Inhalt gar nichts zu tun haben. Bauernschläue und Anarchie, Ideenreichtum und Tatkraft repräsentieren das Heimatidyll und stellen es gleichzeitig auf den Kopf.

Incis Blick auf das Tiroler Dorf ist folkloristisch überhöht und dabei liebevoll ironisch. Dem Ortsnamen entsprechend gibt es in den Wäldern jede Menge Hirsche, die röhren, ihr stattliches Geweih präsentieren und über die Straße preschen. Dass die Komödie mit kitschigen Klischees spielt, lässt sich schon an der grell-künstlichen Farbgebung erkennen. Die Wiesen sind grüner als in Wirklichkeit, die herbstlichen Bäume bunter, die Farbe rot leuchtet überall, von Polsterstühlen oder Hemden, mit der Kraft von Cocktailkirschen. Zur üppigen Filmmusik gehören alpenländische Melodien ebenso wie indische Klänge und flotte Balkanweisen. Ein schräger, augenzwinkernder Filmspaß, der sich selbst nicht so ernst nimmt und mit seinen zahlreichen Ideen munter jongliert.

Fazit: Die skurrile Heimatposse über pfiffige Tiroler Dorfbewohner, die in der Not zu einer unkorrekten Selbsthilfemaßnahme greifen, jongliert munter mit Klischees, Kitsch und Komplotten. Der bunte, spielfreudige Klamauk passt als Film in keine Schublade.




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Land: Deutschland
Jahr: 2014
Genre: Komödie
Länge: 131 Minuten
FSK: 0
Kinostart: 04.06.2015
Regie: George Inci
Darsteller: Gerhard Bachlechner als Priester, Ludwig Ding als Dr. Specht, Ruth Ebner als Heidemarie
Verleih: Hirschen Filmverleih

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