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Frank (2014)

Tragikomödie: Michael Fassbender spielt einen begnadeten Musiker, der sich in einem riesigen Pappmaché-Kopf vor der Welt versteckt.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.0 / 5

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Als der junge Songwriter Jon Zeuge wird, wie sich der Keyboarder der Avantgarde-Band "The Soronprfbs" im Meer ertränken will, wird der Brite kurzerhand als Ersatz für den selbstmordgefährdeten Musiker angeheuert. Noch am selben Abend findet sich Jon auf einer kleinen Bühne wieder und spielt mit seinen neuen, exzentrischen Bandkollegen sein erstes Konzert. Auch wenn der Gig abgebrochen wird, als die Theremin-Spielerin Clara vor Publikum ausrastet, zögert Jon keine Sekunde als ihn der Manager Don fragt, ob er nicht ein weiteres Mal als Keyboarder aushelfen will. Ehe er sich versieht, befindet sich Jon in Irland und soll die Band bei der Aufnahme ihres ersten Albums unterstützen. Dass die anderen Musiker ihm gegenüber feindselig eingestellt sind und sein Engagement nicht zu würdigen wissen, stört Jon dabei nur wenig, denn zu dem charismatischen Frontmann Frank entwickelt sich schnell eine Freundschaft. Der Sänger und Songschreiber, der stets einen großen Kopf aus Pappmaché trägt, scheint ein wahres Genie zu sein, dessen Geheimnis Jon ergründen will.

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FrankFrank - BandprobeFrank - Clara (Maggie Gyllenhaal), Frank (Michael...eson)Frank - Frank (Michael Fassbender)Frank - Clara (Maggie Gyllenhaal) und Frank (Michael...nder)Frank - Die Soronprfbs


Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse5 / 5

Auf den ersten Blick scheint es absurd, ausgerechnet Michael Fassbender beinahe den gesamten Film lang unter einem überdimensionierten Pappmaché-Kopf zu verstecken, wie es Regisseur Lenny Abrahamson in "Frank" tut. Der Schauspieler, dem wohl wie keinem anderen momentan der Brückenschlag zwischen großen Hollywoodproduktionen und anspruchsvollem Independentkino gelingt, ist schließlich als ausdrucksstarker Charakterdarsteller bekannt. Doch gerade unter der leblosen Maske der Titelfigur gelingt es Fassbender noch einmal sein großes Talent eindrucksvoll unter Beweis zu stellen: Mit einer vielsagenden Körpersprache und dem nuancierten Einsatz seiner Stimme stellt Fassbender eindeutig das charismatische Zentrum dieser kleinen, aber feinen Tragikomödie dar.

Der Kosmos, in dem "Frank" spielt, scheint zunächst aus nichts als Verschrobenheiten zu bestehen, wie sie in vielen Indiefilmen anzutreffen sind. Anhand des von Domhnall Gleeson verkörperten Normalos Jon betritt das Publikum die Welt der Avantgarde-Band "The Soronprfbs": Neben dem Frontmann Frank besteht diese aus der Schlagzeugerin Nana und dem Bassisten Baraque, die beiden ebenso schlecht gelaunt wie schweigsam sind, sowie der weniger zurückhaltenden, aber keinesfalls sonnigen Thermin-Spielerin Clara. Im ersten Drittel zeigt der Film die Musiker bei den Aufnahmen zu ihrem Album und macht dabei keinerlei Anstalten, einen Plot zu entwickeln. Stattdessen verliert sich Abrahamson ganz in der Inszenierung von kleinen, meist skurrilen Episoden, die die Zuschauer in das muntere und ziemlich unberechenbare Bandgefüge einführen.

Bei allem Sinn für Abseitiges und schräge Töne entwickelt "Frank" nach und nach dennoch eine klare Botschaft und betritt schließlich auch in narrativer Hinsicht konventionelles Gebiet. So wie sich in den experimentellen und rauen Sounds der Band "The Soronprfbs" doch immer eingängige Melodien und poppige Harmonien entdecken lassen, so fühlt sich Abrahamson bei aller Liebe fürs Außenseitertum mit seinem Spielfilm doch dem klassischen Storytelling verpflichtet. Seine bitter-süße Komödie entpuppt sich so als Abgesang auf die müden Klischees um Künstler und Kreativität, die er zu Beginn noch zu bedienen scheint. Am Ende sind es nicht all die Verrücktheiten und Extravaganzen, die "Frank" ausmachen, sondern seine Klarheit und Wärme, die direkt ins Herz zielen.

Fazit: Mit "Frank" ist Lenny Abrahamson eine bisweilen unberechenbare Tragikomödie voller Verrücktheiten gelungen. Eine zu Herzen gehende Geschichte, die kritisch auf Klischees blickt, sowie ein hervorragender Michael Fassbender machen diesen Indiefilm zu einem echten Highlight.




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Land: Großbritannien, Irland, USA
Jahr: 2014
Genre: Drama, Komödie, Mystery
Länge: 95 Minuten
Kinostart: 27.08.2015
Regie: Lenny Abrahamson
Darsteller: Domhnall Gleeson als Jon Burroughs, Moira Brooker als Jon's Mutter, Paul Butterworth als Jon's Vater
Verleih: Weltkino Filmverleih

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