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Kritik: Hockney (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 1 / 5

Dass es nach Jack Hazans "A Bigger Splash" keinen Film mehr über Hockney geben kann, wäre vielleicht übertrieben. Aber dass kaum eine Kritik zu "Hockney" ohne den Verweis auf den ungewöhnlichen Porträtfilm aus dem Jahr 1973 auskommt, ist doch vielsagend. Hazan ist es gelungen mit filmischen Mitteln einen Zugang zu Hockneys malerischem Werk freizulegen, der es perfekt erfassen zu scheint und doch äußerst rätselhaft bleibt. Dokumentation und Fiktion verschwimmen hier als wären sie sanfte Wellen in einem der blauen Pools, die Hockey so berühmt machten, und spiegeln zugleich die Komplexität der oft auf den ersten Blick trivial anmutenden Gemälde wider.

Randall Wrights Annäherung an den britischen Künstler interessiert sich nun hingegen überhaupt nicht für irgendwelche Abweichungen von der Norm oder Experimente, sondern erzählt durch und durch konventionell von seinem Protagonisten. Chronologisch rollt Wright noch einmal Leben und Arbeiten Hockneys auf und greift dabei vor allem auf Talking-Heads sowie Massen an Bild- und Videomaterial zurück, darunter auch Ausschnitte aus Hazans "A Bigger Splash".

"Hockney" wirkt wie eine riesige Fleißarbeit, Anekdoten, Fotos, Filmszenen und Detailansichten einzelner Werke versammeln sich hier und treten dabei doch nie wirklich auf bedeutsame Weise in Beziehung zueinander. Wrights Film begnügt sich mit bloßer Illustration, Biografie und künstlerisches Schaffen werden hier in simpelster Weise zusammengedacht und sind so eng miteinander verschlungen, dass es beiden die Luft raubt.

Geradezu lächerlich wirkt da etwa die Methode Wrights, jeder noch so banalen Aussage, die ein Weggefährte Hockneys macht, das passende Bild zuzuordnen. Zudem bleibt der Dokumentarfilm seltsam vage, wenn er beispielsweise Hockney Schwulsein thematisiert versucht vom Zeitgeist verschiedener Epochen zu berichten.

Fazit: "Hockney" ist der gescheiterte Versuch eines filmischen Porträts. Das Leben des britischen Malers wird auf simpelste Weise mit seinem Werk verbunden, das umfangreiche Bildmaterial dient dabei lediglich der Illustration.




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