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Landraub (2015)

Der Dokumentarfilmer Kurt Langbein zeigt, welche Geschäfte mit Ackerland gemacht werden und die erschreckenden Konsequenzen dieses Handels.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.5 / 5

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Der Landraub ist keine ganz neue Geschäftsmethode, doch spätestens seit der Finanzkrise 2008 haben die weltweiten Spekulationen mit Ackerflächen bisher unbekannte Ausmaße angenommen. Egal ob in Osteuropa, Asien oder Südamerika, auf dem gesamten Globus investieren private Unternehmen und profitorientierte Geschäftsleute in fruchtbare Böden. Die Ernteerträge kommen dabei meist nicht den ortsansässigen Bauern oder der Bevölkerung vor Ort zugute, sondern sollen vor allem die Konsumenten der reichen Industriestaaten versorgen. Hinzu kommt, dass viele Bauern von ihrem Land vertrieben werden und die Umwelt durch schwerwiegende Eingriffe zerstört wird. Kritiker sehen im Landraub eine neue Form des Kolonialismus sowie eine rücksichtslose Ausbeutung von Natur und Mensch.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

In seinem Dokumentarfilm porträtiert der Regisseur Kurt Langbein das Phänomen Landraub aus mehreren Perspektiven und lässt sowohl Investoren und Geschäftsleute als auch betroffene Bauern und Anwohner zu Wort kommen. Und dennoch ist eindeutig, wessen Seite hier vertreten wird, denn bei allem Verständnis für die Logik der Ökonomie, sprechen die Bilder in "Landraub" doch eine deutliche Sprache.

Es sind teils erschreckende und bedrückende Aufnahmen, die zeigen, wie etwa Kleinbauern in Kambodscha mit Gewalt von ihrem Land vertrieben oder wie ganze Urwälder einfach niedergebrannt werden, um Anbauflächen zu gewinnen. Andere Motive, wie zum Beispiel die riesigen Mähdrescher, die sich durch die endlosen Felder fressen, wirken geradezu gespenstisch und sind als Sinnbild für den maßlosen Konsum unserer Zeit sehr treffend.

Doch Langbeins Dokumentation macht nicht bloß das Elend erfahrbar, dass durch den Landraub entsteht, sondern verweist auch auf mögliche Alternativen zu der umstrittenen Geschäftspraxis. Der Status quo ist unzumutbar und kann auch für wohlhabenden Industrienationen, die vor allem von den Spekulationen mit Ackerland profitieren, keine Lösung sein. Neben Zorn und Verzweiflung sind es besonders die kleinen Hoffnungsschimmer, die "Landraub" seine Kraft verleihen: Das politische Engagement der buddhistischen Mönche, die die kambodschanischen Bauern im Kampf gegen Ausbeutung tatkräftig unterstützen, ist da nur ein Beispiel unter vielen, das Möglichkeiten zum Widerstand aufzeigt.

Fazit: In erschreckenden Bildern zeigt Kurt Langbein das große Elend, welches der Landraub über Mensch und Natur bringt. Vor allem die kleinen Hoffnungsschimmer und Verweise auf Alternativen zum maßlosen Konsum sind es aber, die den Dokumentarfilm so sehenswert machen und kraftvoll scheinen lassen.




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Land: Österreich
Jahr: 2015
Genre: Dokumentation
Länge: 95 Minuten
Kinostart: 08.10.2015
Regie: Kurt Langbein
Verleih: Movienet, 24 Bilder

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