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Landraub
Landraub
© Movienet © 24 Bilder

Kritik: Landraub (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

In seinem Dokumentarfilm porträtiert der Regisseur Kurt Langbein das Phänomen Landraub aus mehreren Perspektiven und lässt sowohl Investoren und Geschäftsleute als auch betroffene Bauern und Anwohner zu Wort kommen. Und dennoch ist eindeutig, wessen Seite hier vertreten wird, denn bei allem Verständnis für die Logik der Ökonomie, sprechen die Bilder in "Landraub" doch eine deutliche Sprache.

Es sind teils erschreckende und bedrückende Aufnahmen, die zeigen, wie etwa Kleinbauern in Kambodscha mit Gewalt von ihrem Land vertrieben oder wie ganze Urwälder einfach niedergebrannt werden, um Anbauflächen zu gewinnen. Andere Motive, wie zum Beispiel die riesigen Mähdrescher, die sich durch die endlosen Felder fressen, wirken geradezu gespenstisch und sind als Sinnbild für den maßlosen Konsum unserer Zeit sehr treffend.

Doch Langbeins Dokumentation macht nicht bloß das Elend erfahrbar, dass durch den Landraub entsteht, sondern verweist auch auf mögliche Alternativen zu der umstrittenen Geschäftspraxis. Der Status quo ist unzumutbar und kann auch für wohlhabenden Industrienationen, die vor allem von den Spekulationen mit Ackerland profitieren, keine Lösung sein. Neben Zorn und Verzweiflung sind es besonders die kleinen Hoffnungsschimmer, die "Landraub" seine Kraft verleihen: Das politische Engagement der buddhistischen Mönche, die die kambodschanischen Bauern im Kampf gegen Ausbeutung tatkräftig unterstützen, ist da nur ein Beispiel unter vielen, das Möglichkeiten zum Widerstand aufzeigt.

Fazit: In erschreckenden Bildern zeigt Kurt Langbein das große Elend, welches der Landraub über Mensch und Natur bringt. Vor allem die kleinen Hoffnungsschimmer und Verweise auf Alternativen zum maßlosen Konsum sind es aber, die den Dokumentarfilm so sehenswert machen und kraftvoll scheinen lassen.




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