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Auferstanden
Auferstanden
© Sony Pictures

Kritik: Auferstanden (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

"Risen" ist die Neuverfilmung des Films "Das Ende der Götter" von 2006 mit Dolph Lundgren, Max von Sydow und F. Murray Abraham. Regie führte hier der Texaner Kevin Reynolds, der in den 90ern vor allem durch seine Zusammenarbeiten mit Kevin Costner ("Robin Hood", "Waterworld") Erfolge feierte und für den es der erste Film seit zehn Jahren ("Tristan und Isolde", 2006) ist. Gedreht wurde "Risen" in Spanien und auf Malta, das Produktionsbudget betrug rund 20 Millionen Dollar. Da Filme mit religiösen oder biblischen Inhalten und Themen vor allem in den USA immer wieder viele Menschen in die Kinos locken, wundert es nicht, dass "Risen" allein dort nach rund drei Wochen bereits 33 Millionen Dollar wieder einspielte.

Regisseur Kevin Reynolds beweist mit seinem neunten Spielfilm, dass er seine Fähigkeit, packende Stimmungen und eine dichte Atmosphäre einzufangen, nicht verloren hat. Sein Gespür ist trotz zehn Jahren Pause von der großen Leinwand nicht abhanden gekommen und er inszeniert seine Version der (wie es in Trailern zu diesem und ähnlich gelagerten Filmen pathetisch immer wieder hieß bzw. heißt) "größten Geschichte aller Zeiten" solide und ohne große Brüche in Dramaturgie und Handlung. Obwohl gesagt werden muss, dass die erste Hälfte aufgrund der Spannungsmomente – der Film erinnert mit seiner Jagd nach dem Leichnam des Messias regelrecht an einen Bibel-Krimi – qualitativ doch ein wenig überwiegt, während der zweite Teil weniger mitreißend und überraschungsärmer geraten ist.

Die epischen, sonnendurchfluteten Landschaften und action-intensiveren Sequenzen wie etwa einige Schlachtszenen oder die Unruhen unter der Bevölkerung, rückt Reynolds schnörkellos und bildgewaltig ins rechte Licht. Gut ist auch, dass er die Geschehnisse aus der Sicht von Clavius schildert, ein Ansatz, der in vielen Filmen zum Thema bisher kaum gewählt wurde. Auch wenn "Risen" wie erwähnt vor allem im zweiten Teil eher auf Sicherheit geht sowie die ganze Zeit über gängige, allseits bekannte Aspekte, Motive und Bilder dieser Geschichte zeigt bzw. bemüht (das Leichentuch, das leere Grab hinter dem mächtigen Stein etc.), so ist der Film doch alles in allem gelungen.

Dies liegt vor allem an jener neuen Herangehensweise, den Zenturio Clavius ins Zentrum zu Rücken und den guten Darsteller-Leistungen, allen voran von Joseph Fiennes als zunächst ungläubiger, brutaler römischer Offizier, der allmählich zum Glauben findet und dessen festgefahrenes Weltbild ins Wanken gerät.

Fazit: Solides, stellenweise ein wenig überraschungsarmes und glattgebügeltes aber mit guten Darstellern und atmosphärischen Bildern ausgestaltetes Bibel-Epos made in Hollywood.






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