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FBW-Bewertung: Rico, Oskar und der Diebstahlstein (2016)

Prädikat besonders wertvoll

Jurybegründung: Es ist schön mitzuerleben, dass auch der dritte Teil einer Filmreihe nicht verbraucht wirken muss, ganz im Gegenteil: RICO, OSKAR UND DER DIEBSTAHLSTEIN bietet kleinen wie auch großen Kinogängern abwechslungsreiche Unterhaltung.
Dieses Mal verschlägt es das Detektivduo an die Ostsee. Rico und Oskar verfolgen dahin die Diebin des Kalbsteines aus der Berliner Wohnung des grummeligen Herrn Fitzke.
Ohne langatmige Einführung befördert Regisseurin Neele Leana Vollmar die Zuschauer mitten hinein, ins Geschehen. Das zeigt, mit welchem Tempo der Film aufwartet. Und genau das hat die Jury durchaus goutieren können, war sie doch überzeugt davon, dass Kinder und Erwachsene, wie sie selbst auch, sofort von der Handlung eingenommen werden.
Wo es einer kurzen Erklärung bedarf, da hilft der Film mit kurzen, comichaften Animationsszenen weiter, die auch schon in der Buchvorlage Andreas Steinhöfels zu finden sind. Ein dramaturgischer Glücksgriff, wie die Jury bemerkt, der zugleich für Verknüpfungen und Verdichtung sorgt.
Auch RICO, OSKAR UND DER DIEBSTAHLSTEIN wartet wieder mit tollen Figuren und erstklassigen Schauspielern auf. Neben Anton Petzold und Juri Winkler als Rico und Oskar präsentieren u.a. Detlef Buck, Henry Hübchen, Karoline Herfurth und Fahri Yardim schauspielerische Bestleistungen und besonders erwähnenswert fand die Jury auch Heike Makatsch, die in der Rolle einer spiritistisch-angehauchten Kellnerin eine wirklich komische Nummer ist und somit ein Sidekick, denman gesehen haben muss.
Bei alldem ist es RICO, OSKAR UND DER DIEBSTAHLSTEIN gelungen, immer kindgerecht zu bleiben. Ganz selbstverständlich und unverkrampft fließen Themen wie Trauer und Abschied, Integration, bzw. Inklusion aber auch Scham und Nacktheit am FKK-Strand und auch der Umgang mit alternativen Lebensgemeinschaftsformen in den Film ein. Nicht alles ist komisch an RICO, OSKAR UND DER DIEBSTAHLSTEIN. Der Film zeigt ebenso Grundkonflikte wie große Emotionen und auch die durchaus gebrochene Lebensgeschichte seiner beiden Kinderhelden, die sich letztlich nach ein wenig Normalität sehnen.
Ob an der Ostsee oder im heimischen Berlin, bei RICO, OSKAR UND DER DIEBSTAHLSTEIN stimmt, nach Meinung der Jury, einfach alles bis ins Detail. Kamera, Setting, Timing, Dramaturgie. Sogar uralte Gags, wie der folgenhaften Tritt auf eine am Boden liegende Harke, kann der Film neues Leben einhauchen. Ihm gelingt aufüberraschend klischeefreie Weise die Gratwanderung zwischen fast nostalgischem Kinderabenteuer und neuzeitlich schrillem Entertainment. Bei so viel Witz, Spannung und gut gemachter Unterhaltung hat die Jury einstimmig entschieden, dem Film das Prädikat ?besonders wertvoll? zu verleihen.




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