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Ted Siegers Molly Monster - Der Kinofilm
Ted Siegers Molly Monster - Der Kinofilm
© Central Film © Wild Bunch

Kritik: Molly Monster (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5

Die Erfolgsgeschichte der von Ted und Andrea Sieger erdachten kleinen, niedlichen Monsterin geht auf das Jahr 2000 zurück. In jenem Jahr erschien das erste Buch "Die kleine Monsterin schläft nicht in ihrem Bett", dem wenig später ein eigener Kurzfilm folgte. Der endgültige, europaweite Durchbruch folgte ein paar Jahre später mit einer eigenen TV-Serie, die in Deutschland ab 2009 von KiKa ausgestrahlt wurde – mit bestechendem Erfolg: Markteinteile von fast 70 Prozent in der anvisierten Zielgruppe bestätigten die Beliebtheit von Molly Monster und ihren monstermäßigen Freunden. Seit dem letzten Jahr gibt es zusätzlich zu den Romanen auch noch reine Bilderbücher von Molly Monster. Der Erfinder der Figur, Ted Sieger, ist ein Schweizer Musiker, Autor, Illustrator und Regisseur, der auch an der Kinoversion mitwirkte. Laut eigener Aussage lässt er sich für eine Geschichten und Figuren durch seine eigenen Kinder und Enkelkinder beeinflussen.

Jederzeit nimmt "Molly Monster" die Ängste und Nöte der jungen Zielgruppe (ca. 5 bis 10 Jahre) ernst und rückt die Sorgen vieler Kleinkinder in den Mittelpunkt, die noch ein Geschwisterchen erwarten. Für jedes Kleinkind ist die Geburt einer Schwester oder eines Bruders ein einschneidendes Erlebnis, das etwas mit ihm macht. Im Vorfeld der Geburt sind Sorgen allgegenwärtig, etwa, wie sich das Familienleben künftig verändern wird. Dies zeigt sich bei Molly u.a. daran, dass sie große Probleme hat, über ihre Ängste zu sprechen und das (in ihren Augen) "Problem" nicht mal beim Namen benennen kann. Darüber hinaus betont der mit einer einfachen, zielgruppengerechten Dramaturgie garnierte Film Werte wie Vertrauen, Freundschaft und Zusammenhalt. Wichtige, liebevoll vermittele Botschaften und Werte, die auch für Erwachsene von Bedeutung sein sollten. Den moralischen Zeigefinger erhebt der Film aber zu keiner Zeit, seine Anliegen vermittelt er vielmehr spielerisch, abwechslungsreich und inmitten einer kunterbunten Welt, die von lustigen, bizarren Wesen bevölkert wird.

Hier liegt eine weitere Stärke des Films: klassisch in 2D animiert entfernt er sich meilenweit von den auf Action und Bombast abzielenden, teuren 3D-Animations-Produktionen aus dem Hause Disney oder Dreamworks. Hier geht es nicht hauptsächlich um optische Schauwerte und Effekte, obwohl die Optik auch in "Molly Monster" überzeugen kann, aber eben auf eine ganz eigene, zurückgenommene Art und Weise. Denn in dem Film geht es eher leise und unverkrampft zu, ohne Krawumm und akustische Reizüberflutung. Die Macher ließen ihrer Kreativität bei der Ausgestaltung der mannigfaltigen und farbenprächtigen Monsterwelt, freien Lauf.

Ob beim Seilbahnfahren über tiefe Abgründe, bei Ballonfahrten über hügelige Landschaften oder einer turbulenten Bahnreise: Langeweile kommt nie auf und unterwegs begegnen Molly und Edison vielfältigen Wesen und Charakteren, die zwar teils unterschiedlicher nicht sein könnten, aber doch immer auch zusammenhalten und sich als Bewohner ein und derselben Welt verstehen. Eine weitere wichtige, erwähnenswerte Botschaft des Films, gerade in Zeiten, in denen auch die Kinder die Meldungen über Flüchtlingsströme und Einwanderungsdebatten mitbekommen. Verstehen werden sie diese Meldungen zwar noch nicht, aber verstehen werden sie die Botschaften dieses entzückenden kleinen Kinderfilms. Mit angenehmen, knapp 65 Minuten Laufzeit macht es "Molly Monster" auch den Kleinsten möglich, der Geschichte über den kompletten Zeitraum problemlos zu folgen. "Molly Monster" ist ein Paradebeispiel für nicht belehrendes, verspieltes und lehrreiches Zeichentrick-Kino für Vor- und Grundschüler.

Fazit: Liebenswert und abwechslungsreich umgesetztes Abenteuer des sympathischen Monstermädchens Molly Monster mit lehrreichen Botschaften und einer Vielzahl an skurrilen, witzigen Figuren und Wesen.




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