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Unsere kleine Schwester (2015)

Umimachi Diary

Hirokazu Koreedas leises Drama erzählt von vier Schwestern und ihrer kleinen Gemeinschaft.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.0 / 5

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Sachi, Yoshino und Chika sind zwar längst erwachsene Frauen, aber die Schwester leben immer noch gemeinsam unter einem Dach und sind unzertrennlich. Nachdem der Vater die Familie vor vielen Jahren verlassen hatte und die Mutter mit der alleinigen Verantwortung völlig überfordert war, musste Sachi sich um ihre jüngeren Schwestern kümmern. Eines Tages erfahren die drei Frauen vom Tod ihres Vaters und reisen zu dessen Beerdigung aufs Land. Hier treffen sich auf ihre 13-jährige Halbschwester Suzu, die nach dem Verlust ihres Vaters nur noch ihre Stiefmutter hat. Sachi spürt, dass Suzu unglücklich ist und lädt das Mädchen ein, zu ihr und ihren Schwestern zu ziehen. Suzu zögert nicht lange und gehört bald zu einer eingeschworenen Gemeinschaft, die gemeinsam Glück und Krisen erlebt.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Auch Hirokazu Koreedas neuester Film ist wieder einmal ein ruhiges, beinahe meditatives Drama, das sichtlich vom Werk des Regisseurs Yasujiro Ozus beeinflusst wurde. Die Konflikte und Krisen sind dabei im Vergleich zu früheren Filmen Koreedas wie "Nobody Knows" (2004) oder "Like Father, Like Son" (2013) noch alltäglicher und rücken immer wieder zugunsten abzweigender Nebenhandlungen in den Hintergrund.

So erlebt jede der vier Schwestern ihre ganz eigenen Episoden, die zwar oft um ähnliche Themen wie Partnerschaft, Liebe, Verlust und Tod kreisen, die aber mitunter auch ins Leere gleiten und das Geschehen durch Alltagsbeobachtungen eher ausweiten als verdichten. Vieles bleibt offen, Nebenfiguren tauchen auf und verschwinden wieder und auf Pointen sowie dramatische Zuspitzungen wird weitestgehend verzichtet.

So bietet "Unsere kleine Schwester" keine eindeutigen Botschaften oder einen tieferen Sinn, der sich im Verlauf der Handlung offenbaren würde. Stattdessen erzählt Koreeda mit großer Klarheit und beinahe plakativ von der Familienbande seiner Figuren und dürfte damit die Sehgewohnheiten so mancher Zuschauer herausfordern. Man kann das durchaus kitschig und trivial finden, aber würde dabei doch bloß die besonderen Möglichkeiten verkennen, die dieser Film bietet: Denn sich dem Moment zu widmen, einfach nur hinzuschauen, ohne dass von jedem Bild und jeder Einstellung eine Erkenntnis oder Bedeutung zu erbeuten ist, ist ein Glück, welches das Kino leider viel zu selten bietet.

Fazit: Das ruhige Drama um vier Schwestern und ihre engen Beziehungen zueinander entfaltet sich anhand lose verknüpfter Episoden, die das Geschehen eher ausweiten als verdichten. Statt eindeutigen Botschaften und Pointen bietet Hirokazu Koreedas Film vor allem die Möglichkeit sich dem Moment zu widmen und bei den wunderbaren Bildern zu verweilen.




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Land: Japan
Jahr: 2015
Genre: Drama
Länge: 128 Minuten
Kinostart: 17.12.2015
Regie: Hirokazu Kore-Eda
Darsteller: Haruka Ayase als Sachi, Masami Nagasawa als Yoshino, Kaho als Chika
Verleih: Pandora Film

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