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Sivas (2014)

Die Begegnung mit einem Kampfhund wird in Kaan Müjdecis Kinodebüt für einen 11-Jährigen zu einem prägenden Erlebnis.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5
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Der 11-jährige Aslan lebt in einem kleinen anatolischen Dorf und träumt davon, in der Schulaufführung die Rolle des Prinzen im Stück "Schneewittchen und die sieben Zwerge" zu spielen. Damit würde er nämlich nicht nur die Hauptfigur verkörpern, sondern könnte auch seine Klassenkameradin Ayşe beeindrucken, die die Prinzessin spielt. Doch als die Rolle an Aslans Rivalen Osman und nicht an ihn geht, bekommt die heile Welt des Jungen erste Risse. Diese vertiefen sich noch, als Aslan auf den verletzten Kampfhund Sivas trifft, der nach einem verlorenen Kampf nichts mehr wert zu sein scheint. Aber Aslan kümmert sich dennoch um das Tier und freundet sich mit ihm an. Damit zieht er allerdings den Unmut der Erwachsenen auf sich.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse5 / 5

Im September letzten Jahres durfte Kaan Müjdecis mit seinem Langfilmdebüt "Sivas" nicht nur an den Filmfestspielen von Venedig teilnehmen, sein beeindruckendes Coming-of-Age-Drama wurde sogar mit dem Spezialpreis der Jury geehrt. Das verwundert nicht, denn Müjdecis Film mutet kaum an wie ein Erstlingswerk, sondern ist ein reifer und stimmungsvoller Film über das Erwachsenwerden.

Im Zentrum steht der kindliche Protagonist Aslan, der großartig von dem jungen Doğan İzci gespielt wird, und seine Sicht auf die Welt. Die Kamera ist dabei immer auf Augenhöhe der Kinder und nimmt die Erwachsenen vor allem zu Beginn nur am Rande wahr. Mit Aslans Entwicklung reift allerdings auch der Film und weitet seinen Blickwinkel aus: Aslans Wunsch in einer Schulaufführung die Rolle des Prinzen zu übernehmen gerät völlig in den Hintergrund, stattdessen erfasst der Junge erstmals bewusst die komplexen sozialen Hierarchien und Regeln seiner Dorfgemeinschaft.

Müjdecis Drama schildert all dies ohne Verklärung und Nostalgie in Hinblick auf die Kindheit, sondern mit einem ungeschönten, klaren Blick. Bisweilen ist "Sivas" dabei ein sehr rauer Film, dessen düstere Bilder fast ein wenig trostlos anmuten. Auch die realistisch inszenierten Hundekämpfe sind in ihrer Darstellung recht drastisch ausgefallen und haben für Kontroversen gesorgt, da sie im Film nicht explizit verurteilt werden. Als Sinnbild für die gewaltsamen und grausamen Kräfte die das Kind Aslan zum Erwachsenwerden drängen, sind diese Aufnahmen aber treffend und von großer Wahrhaftigkeit.

Fazit: Das beeindruckende Kinodebüt von Kaan Müjdeci ist ein starkes Drama über das Erwachsenwerden, das vor allem dank des jungen Hauptdarstellers und einem ungeschönten, klaren Blick auf die Kindheit überzeugt.




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Land: Türkei, Deutschland
Jahr: 2014
Genre: Drama
Länge: 97 Minuten
Kinostart: 03.12.2015
Regie: Kaan Müjdeci
Darsteller: Okan Avci als Lehrer, Cakir als Sivas, Ozan Celik als Sahin

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